Weniger Schulabbrecher durch das Förderprogramm "Betrieb und Schule" (BUS)

Jeder zweite Schüler schließt das landesweite Förderprogramm "Betrieb und Schule" (BUS) erfolgreich ab. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung der Gesellschaft für Innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) zum Verbleib der an BUS beteiligten Schülerinnen und Schüler. "Wir müssen die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss und ohne Perspektive verlassen deutlich verringern. Das BUS-Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Es eröffnet vielen benachteiligten Jugendlichen neue Perspektiven", erklärt Schulministerin Barbara Sommer.

28.10.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • 16 Prozent der Jugendlichen nehmen nach der Teilnahme an BUS eine betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung auf und behalten diese bei. Die betriebliche Ausbildung findet überwiegend in kleinen Unternehmen statt, zu 80 Prozent in ehemaligen BUS-Praktikumsbetrieben.
  • 38 Prozent der Jugendlichen nehmen an Programmen zur Berufsvorbereitung teil oder sind nach dem Förderpraktikum so weit motiviert, dass sie die Schulausbildung fortsetzen können.
  • 22 Prozent der Jugendlichen verließen den ursprünglich eingeschlagenen Weg und brachen eine Ausbildung, Berufsvorbereitung oder den Schulbesuch ab. Der Abbruch ist jedoch nicht in jedem Fall negativ zu bewerten. Hinter der Entscheidung kann auch der Wechsel zu einem geeigneteren Ausbildungsplatz oder einem weiteren Schulbesuch stehen.
  • Bei 24 Prozent der Jugendlichen lagen keine aussagekräftigen Angaben vor.

Arbeitsminister Laumann erläutert: "Die Jugendlichen erwerben durch BUS grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihnen den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Das können erste Erfahrungen mit Schweißgeräten sein, der Umgang mit Farbe und Pinsel oder auch die Bedienung einer elektronischen Kasse. Die Mädchen und Jungen erfahren, welche große Bedeutung die Schulausbildung für ihren zukünftigen Beruf hat und viele strengen sich dann wieder richtig an. Und oft finden sie erst durch BUS heraus, welcher Beruf ihnen tatsächlich liegt."

Das Projekt Betrieb und Schule (BUS) gibt jährlich ca. 3.600 benachteiligten Jugendlichen im letzten Pflichtschuljahr, die die Schule voraussichtlich ohne den Hauptschulabschluss verlassen würden, die Chance auf eine konkrete Perspektive für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Diese Jugendlichen werden durch eine Kombination schulischen Lernens mit betrieblicher Erfahrung in Förderpraktika auf den Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet. Dabei wirken Schule, Arbeitsmarktpolitik und Jugendhilfe zusammen, um den Jugendlichen frühzeitig individuelle Übergänge in Beruf und Arbeit zu ermöglichen.

Betrieb und Schule (BUS) wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, durch die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und durch die Europäische Union. Neben dieser Förderung verdankt BUS seinen Erfolg vor allem den engagierten Lehrerinnen und Lehrern sowie dem persönlichen Einsatz der in den Praktikumsbetrieben Beteiligten.

Für die Befragung wurden im Schuljahr 2006/07 insgesamt 1.681 Schülerinnen und Schüler (1.195 Jungen und 486 Mädchen) befragt. Sie hatten das Förderpraktikum im Schuljahr zuvor absolviert.

Der ausführliche Bericht ist auf der Internetseite des Schulministeriums (www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Projekte/BUS/index.html) als PDFDatei abrufbar.


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