Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: "Mehr junge Menschen zum erfolgreichen Studienabschluss führen"

"Für mich hat die Erhöhung der Studienanfängerzahl oberste Priorität. Das heißt auch, die Durchlässigkeit zum Studium zu erhöhen und zum Beispiel qualifizierten Studierwilligen mit abgeschlossener Berufsausbildung ein Studium zu ermöglichen. Darüber hinaus dürfen auch fehlende finanzielle Mittel kein Hindernis sein, ein Studium aufzunehmen", sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange vor dem Hintergrund der aktuellen, in dieser Woche veröffentlichten OECD Studie "Education at a glance".

14.09.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Die Studie stelle Deutschland in Sachen universitärer Bildung kein gutes Zeugnis aus: Der Anteil der Studienanfänger sei in Deutschland langsamer gewachsen als in den meisten OECD-Ländern und dies bei einer ohnehin schon niedrigeren Studentenquote. "Besorgniserregend für Sachsen ist die Tatsache, dass wir hier sogar noch unter dem bundesdeutschen Schnitt liegen", so die Ministerin. Während OECD-weit im Jahr 2000 44,2 % eines Jahrgangs ein Studium aufnahmen, waren es in Deutschland 30,2 %, in Sachsen jedoch nur 29,3 %. Für 2006 driften die Zahlen noch weiter auseinander: 55,9 % Studienanfänger in der OECD, 35,4 % im bundesdeutschen Durchschnitt, nur 34,8 % in Sachsen. Ursache dafür ist der vergleichsweise geringe Anteil von Hochschulzugangsberechtigten in Deutschland: 40% (OECD: 60%).

"Angesichts der demografischen Entwicklung ist die geringe Zahl der Studierenden und Absolventen ein Alarmzeichen. Sachsen wird so nicht in der Lage sein, den Ersatz- und Zusatzbedarf an Akademikern und Akademikerinnen sowohl bei Ingenieuren als auch bei Ärzten, Lehrern oder Wissenschaftlern aus eigener Kraft zu sichern", sagte Dr. Eva-Maria Stange. Während OECD-weit im Jahr 2006 durchschnittlich 35 % eines Jahrgangs ihr Studium abschlossen, waren es in Deutschland im Durchschnitt nur 21,2 %, in Sachsen 21,6 %. "Die überdurchschnittlich hohen Absolventenzahlen in den naturwissenschaftlich-mathematisch-technischen Fächergruppen (Sachsen 34 %, OECD 24 %) sind Sachsens Joker, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie absolut betrachtet, dennoch zu gering sind." Vor diesem Hintergrund sei es besonders wichtig national wie international um Studieninteressierte zu werben. Ministerin Dr. Stange forderte darüber hinaus die sächsische Wirtschaft auf, mit Stipendien, Praktika und Arbeitsplätzen um Studienanfänger zu werben.


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