Ausgaben der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg 2006 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bei 2,6 Milliarden Euro

Die Ausgaben der öffentlichen Träger für die Kinder- und Jugendhilfe beliefen sich in Baden-Württemberg im Jahr 2006 nach Feststellung des Statistischen Landesamtes auf insgesamt 2,6 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst die Jugendhilfe-Ausgaben der Städte und Gemeinden, der Stadt- und Landkreise sowie des Landes. Den Ausgaben standen Einnahmen aus Gebühren und Teilnahmebeiträgen in Höhe von rund 0,2 Mrd. Euro gegenüber, so dass die Ausgaben rein netto 2,4 Mrd. Euro betrugen. Bezogen auf die Zahl junger Menschen unter 27 Jahren ergibt dies für Baden-Württemberg durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von 763 Euro.

23.11.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Den größten Anteil bei den Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe bilden die Kindertageseinrichtungen: 1,5 Mrd. Euro wurden im Jahr 2006 für Kindergärten, Horte und Kinderkrippen aufgewendet, das sind knapp 58 Prozent der Gesamtausgaben. Diese Summe umfasst nicht nur die Kosten der Einrichtungen öffentlicher Träger, sondern auch die Zuschüsse an die Kindertagesstätten der freien Träger. Den zweiten bedeutenden Ausgabenposten bilden mit einem Anteil von knapp 25 Prozent die Hilfen zur Erziehung, hierbei dominieren die Kosten für Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen sowie die Erziehungshilfen in Tagesgruppen. Mit großem Abstand folgen die Ausgaben für Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit.

In den letzten Jahren haben die Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe kontinuierlich zugenommen. Gegenüber dem Jahr 2005 stiegen die Brutto-Ausgaben um knapp 20 Millionen Euro oder 0,7 Prozent.

In den einzelnen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs zeigt sich ein differenziertes Bild. Höhere Ausgaben je Einwohner unter 27 Jahren haben vor allem die Stadtkreise, insbesondere die Großstädte Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim. Spitzenreiter bei den Landkreisen ist Tübingen, hohe Jugendhilfe-Ausgaben zeigen sich auch in den Umlandkreisen Stuttgarts, so in den Landkreisen Böblingen, Esslingen und Ludwigsburg. Geringere Ausgaben werden in ländlich geprägten Kreisen verzeichnet, den niedrigsten Wert erreicht hierbei der Neckar-Odenwald-Kreis. Die Kostendifferenzen sind zum Teil auf die unterschiedlichen Sozialstrukturen zwischen Stadt und Land zurückzuführen. Betrachtet man ausschließlich die Ausgaben für Kindertageseinrichtungen, so verzeichnet die Landeshauptstadt Stuttgart mit 2 044 Euro je Kind unter 13 Jahren den mit Abstand höchsten Wert, aber auch in anderen Stadtkreisen und den Kreisen Tübingen und Esslingen zeigt sich für diesen Aufgabenbereich ein vergleichsweise hoher finanzieller Einsatz.


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