Bevölkerung wird immer klüger

Der Bildungsbericht 2008 zeigt deutlich: Der Bildungsstand der Bevölkerung steigt. Das ist vor dem Hintergrund eines hohen Fachkräftebedarfs und immer höherer Qualifikationsanforderungen eine gute Botschaft.

03.09.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Das Kabinett beriet heute die Stellungnahme der Bundesregierung zum Bericht.

Der 2. Nationale Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2008" wurde von Bund und Ländern in Auftrag gegeben und durch eine unabhängige, interdisziplinäre Wissenschaftlergruppe erstellt. Der erste Bericht erschien im Jahr 2006.

Besonders erfreulich sind die Fortschritte in der frühkindlichen Bildung sowie das größere Angebot an Ganztagsschulen und freien Ausbildungsstellen.

Allerdings bleibt wegen höherer Qualifikationsanforderungen in den Ausbildungsberufen die Startsituation vieler Jugendlicher schwierig. Besonders betroffen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund oder mit fehlendem beziehungsweise schlechtem Schulabschluss.

Mehr Hochqualifizierte als in den Vorjahren

Positiv ist der neue Höchststand bei den Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Nachfrage nach besonders qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig steigt. Insbesondere in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Der demographische Wandel wird diese Entwicklung noch verstärken. Das gilt auch für den pädagogischen Nachwuchs. Hier liegt Deutschland im Vergleich unter dem Durchschnitt der Mitgliedsländer der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Und so beschreibt der Bericht den Übergang von der Schule in die Ausbildung als zentrale Herausforderung. Ebenso wichtig sei die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und die Deckung des pädagogischen Nachwuchses.

"Es wird insbesondere darauf ankommen, die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erweitern, Übergänge zu verbessern und Aufstiegswege weiter auszubauen", erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Kabinett.

Bundesregierung will bessere Aufstiegschancen durch Bildung

Schon früh kann sich entscheiden, ob ein Kind Erfolg beim Lernen haben wird. Deshalb ist es für die Bundesregierung besonders wichtig, dass alle Kinder zum Zeitpunkt ihrer Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Außerdem hält die Bundesregierung an ihrer Forderung nach einer Halbierung der Anzahl der Schulabbrecher binnen fünf Jahren fest.

Noch nicht ausbildungsreifen Jugendlichen muss insbesondere durch betriebliche Einstiegsqualifikationen der Weg zu einer qualifizierten Berufsausbildung geebnet werden. Hier ist der Bund mit seiner Qualifizierungsinitiative aktiv geworden. Sie sieht unter anderem einen Ausbildungsbonus vor. Mit ihm sollen in kommenden drei Jahren für so genannte Altbewerber und leistungsschwache Schulabgänger 100.000 zusätzliche Ausbildungsstellen geschaffen werden.

Ausbildungsbonus soll mehr Stellen schaffen

Mit dem Programm Jobstarter Connect will die Bundesregierung zudem für diese Zielgruppe Ausbildungsbausteine erproben. Durch erste Qualifikationen in 14 Berufen sollen diese jungen Menschen attraktiver für die Betriebe werden. Außerdem soll der Übergang in den Ausbildungsberuf ohne eine Warteschleife ermöglicht werden.

Die Bundesbildungsministerin kündigte an, dass zusammen mit dem Bundesarbeitsministerium für eine bessere Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern gesorgt werden soll. Dabei sei auch die Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit wichtig.

Die Bundesregierung will auch die Aufstiegsmöglichkeiten im deutschen Bildungssystem verbessern. Durch ein neugestaltetes Meister-BAföG und durch Aufstiegsstipendien leistet sie hierzu einen wichtigen Beitrag. Wichtig ist ihr auch der einfachere Übergang beruflich Qualifizierter ins Studium.

Des Hochschulpakt fortzuschreiben und die Studienplatzvermittlung zu modernisieren, sind weitere Punkte auf der Agenda der Bundesregierung. So soll das Ziel erreicht werden, dass 40 Prozent eines Jahrgangs studieren.

Die Bundesregierung erwartet von den Ländern ebenfalls eine Anhebung ihrer Bildungsaufwendungen. Allein durch die Erhaltung der Bildungsausgaben bei zurückgehenden Schülerzahlen könnten die Investitionen pro Bildungsteilnehmer weiter erhöht werden. Darauf wies Schavan ausdrücklich hin.

Qualifizierungsgipfel von Bund und Ländern im Herbst 2008

Die Anliegen der Bundesregierung, mehr Ausgaben und Aktivitäten für die Bildung, sind Gegenstand des Qualifikationsgipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er wird häufig auch als Bildungsgipfel bezeichnet. Stattfinden wird er am 22. Oktober 2008 in Dresden. Dort wollen Bund und Länder eine gemeinsame "Qualifizierungsinitiative für Deutschland" beschließen.

Im Vorfeld dieser Bund-Länderkonferenz verschafft sich die Bundeskanzlerin auf ihrer gegenwärtigen "Bildungsreise" einen eigenen Eindruck über das deutsche Bildungssystem. Damit unterstreicht sie auch die Bedeutung, die die Bildung für die Bundesregierung hat.

Von frühkindlicher Bildung bis zum Studium

Lernen trägt Früchte

Kontext:
Bildungsbericht 2008
"Aufstieg durch Bildung" - Qualifizierungsinitiative (PDF)
Frischer Wind für etablierte Ausbildungen


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