„Bildung ist der Motor“
Mit einer großen Eröffnungsveranstaltung begann heute der UNESCO-Tag auf der Bildungsmesse in Stuttgart. Die Vereinten Nationen haben für den Zeitraum 2005 bis 2014 die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Damit haben sich die Staaten verpflichtet, den Gedanken einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Entwicklung weltweit im Bildungswesen zu verankern.
01.03.2005 ArtikelBaden-Württemberg nicht dabei
„Die Welt muss begreifen, dass Bildung der Motor für ökologisch verantwortliches und solidarisches Handeln ist“, betonte der Parlamentarische Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ulrich Kasparick, in Stuttgart. Bund und Länder arbeiteten hier bereits kooperativ zusammen . Als Beispiel nannte Kasparick das Bund-Länder-Programm „Transfer 21“. Mit diesem Schulentwicklungsprogramm soll die Grundidee einer nachhaltigen Entwicklung in Schule und Unterricht integriert werden. Vierzehn Bundesländer beteiligen sich an dem im vergangenen Jahr gestarteten Projekt, lediglich Sachsen und das Gastgeberland der Bildungsmesse, Baden-Württemberg nehmen (bislang) nicht daran teil.
Die Dekade begleiten
„Wir werden die Dekade in den nächsten Jahren begleiten und das Thema in die Öffentlichkeit tragen“, erklärte der Geschäftsführer des didacta Verbands, Reinhard Koslitz.
Um konkrete Ansätze und Modellprojekte geht es heute bei den dezentralen Veranstaltungen, die während des ganzen Tages in den vier Foren der Bildungsmesse, nämlich Kindergarten, Schule/Hochschule, Ausbildung/Qualifikation und Weiterbildung/Beratung stattfinden werden.
Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees für die UN-Dekade machte vier Teilziele des Projekts deutlich. Es gehe darum, die Aktivitäten zu bündeln, die Akteure zu vernetzen, die internationale Kooperationen voranzutreiben und die öffentliche Wahrnehmung zu verbessern – zum Beispiel durch die Einbeziehung der Massenmedien.
55 Projekte ausgezeichnet
Fünfundfünfzig offizielle Dekadeprojekte werden heute auf der didacta ausgezeichnet. Dazu gehören neben vielen Schulprojekten auch Initiativen aus dem Vorschulbereich wie zum Beispiel die „Blaue Schatzkiste“ – eine Material-, Service- und Infokiste für Kindergärten oder aus dem Bereich der beruflichen Bildung wie das Projekt „Pack-the-Future“, bei dem Jugendliche aufgerufen sind, herauszufinden, wie Nachhaltigkeit ganz konkret in den Betrieben umgesetzt werden kann.
Prämiert wurden Projekte, die sowohl innovativ als auch auf andere übertragbar sind und mehr als eine Dimension der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Initiativen, die sich nur mit Teilaspekten wie der Ökologie oder Ökonomie beschäftigen, kamen nicht zum Zuge.
Denn schließlich, so de Haan, sei Nachhaltigkeit ein komplexes Thema. Die Dekade, das machte Staatsekretär Ulrich Kasparick noch einmal deutlich, beschränkt sich nicht allein auf die schulische, sondern auf die lebenslange Bildung - vom Kindergarten bis zur Fort- und Weiterbildung. Dazu gehöre auch die informellen Bildungsträger wie Vereine, Initiativen und Medien.
Weiterführende Links
- dekade.org
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