Baden-Württemberg

Bis 2030 zusätzlicher Bedarf an Pflegepersonal von nahezu 57 000 Personen

Ausgehend von der Zahl der Pflegebedürftigen, die von ambulanten und stationären Einrichtungen derzeit versorgt werden, hat das Statistische Landesamt in einer aktuellen Modellrechung den möglichen zukünftigen Bedarf an Pflegekräften in Baden-Württemberg ermittelt. Nach dieser Modellrechnung würde sich bis zum Jahr 2030 der Bedarf an Pflegekräften und sonstigem Pflegepersonal von 105 998 Personen im Jahr 2009 um 54 Prozent erhöhen und läge dann bei insgesamt etwa 163 000 Personen. Diese Angaben stellten Sozialministerin Katrin Altpeter und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute der Presse vor.

21.05.2012 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Bis zum Jahr 2050 könnte der Bedarf an Pflegepersonal sogar um 115 Prozent auf dann rund 228 000 benötigte Personen steigen. Der zusätzliche Bedarf an professionellen Pflegekräften läge somit bei etwa 57 000 Personen bis 2030 bzw. bei rund 122 000 bis 2050.

Im Bereich der stationären Pflege würde die Zahl der Pflegekräfte bis 2030 um 54 Prozent oder rund 44 000 Personen auf ca. 125 000 zunehmen. Bis 2050 um 94 000 auf 175 000, d.h. um 117 Prozent. Für das Pflegepersonal in Einrichtungen der ambulanten Pflege würde sich bis 2030 eine Zunahme von 52 Prozent ergeben, d.h. um 13 000 Personen auf rund 38 000, bis 2050 sogar um 111 Prozent um 28 000 auf ca. 53 000 Personen.

Derzeit hat fast ein Viertel aller Beschäftigten in den stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen des Landes einen Berufsabschluß als staatlich anerkannte Altenpflegerin bzw. Altenpfleger. Projiziert man diesen Anteil in das Jahr 2030, so würde das bedeuten, dass sich – unter Status-Quo-Bedingungen – allein der Bedarf an Absolventen dieser Berufssparte von 24 741 Personen im Jahr 2009 um über die Hälfte auf ca. 38 000 im Jahr 2030 erhöhen würde. Bis zum Jahr 2050 würde sich die Zahl der benötigten Altenpflegerinnen und Altenpfleger sogar auf etwa 53 000 weit mehr als verdoppeln. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dieser Rechnung um eine Projektion der reinen "Kopfzahlen" handelt, d.h. die Verteilung von Voll- und Teilzeitarbeitskräften und deren mögliche Auswirkungen werden nicht berücksichtigt.

Die Modellrechnung des Statistischen Landesamtes setzt dabei voraus, dass sich das Zahlenverhältnis von Pflegepersonen zu Pflegebedürftigen bis 2030 bzw. 2050 nicht wesentlich ändert. Unsicher ist allerdings der Anteil der Pflegegeldempfänger, also der Menschen, die zu Hause ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt werden. Bedingt durch die sich ändernden gesellschaftlichen und familiären Bedingungen ist davon auszugehen, dass das häusliche Pflegepotenzial weiter abnimmt, weil Familienangehörige auch aufgrund der demografischen Entwicklung immer seltener zur Verfügung stehen werden. Dadurch dürfte die professionelle Pflege stärker zunehmen und damit auch der hierfür notwendige Personalbedarf.


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