Die Bedeutung von Retrospektiven in agilen Projekten
Menschen arbeiten in Gruppen zusammen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen – entweder, weil es dadurch schneller beziehungsweise einfacher geht, oder weil das die Gruppe überhaupt erst möglich macht. Was so einfach klingt, ist ein komplexer Prozess.
02.02.2022 Bundesweit Pressemeldung Agile.Coach GmbH & Co. KGDer Prozess hängt nicht nur von Umwelt- und Inhaltsfaktoren ab, sondern auch vom sich ergebenden psychologischen Netz in der Gruppe. Retrospektiven, also die Nachbetrachtung der Kooperation in der Gruppe, machen einem diese Faktoren bewusst.
Was macht Retrospektiven so wichtig?
Durch dieses Bewusstsein sind Retrospektiven ein wichtiges Mittel zum Verstehen von Arbeitsprozessen in Gruppen. Der Lerneffekt, insbesondere im Sinne der Kooperation, Kommunikation und Koordination in einer Gruppe, entsteht nicht nur durch die praktische Zusammenarbeit selbst, sondern auch durch eine Nachbetrachtung, idealerweise mit allen beteiligten Gruppenmitgliedern. Das gilt auch für agile Projekt, die beispielsweise der Scrum-Methodik folgen.
Retrospektiven im Projektmanagement
Als Grundbestandteil von Scrum sind Retroperspektiven fest in den Ablauf dieser agilen Projektmanagement Methode eingebaut – am Ende eines jeden Zyklus bzw. Sprints werden so die Arbeitsweise, Interfaces und der Teamprozess als Ganzes hinterfragt. Auf diese Weise wird langfristig sichergestellt, dass in der Gruppe, bestehend aus einzelnen Individuen, eine Zusammenarbeit entsteht, sodass ein effektives Team gebildet wird. Damit sorgen nicht zuletzt Retroperspektiven für die hohe Bedeutung von Scrum in der Welt des Projektmanagement.
Übrigens wird die feste Verankerung und Wichtigkeit der Retroperspektive als Instrument im agilen Projektmanagement mit Scrum wird auch daran ersichtlich, dass Scrum Master im Laufe ihrer Ausbildung ganz speziell die Moderation von Retroperspektiven – oder „Retros“, wie es im Fachjargon heißt – gelernt haben. Auch Quereinsteiger müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen und sich auf die Moderation von Retros vorbereiten, beispielsweise mit Online-Tools wie Retromat. Apropos: Retrospektiven können auch online stattfinden!
So läuft eine Retrospektive ab
Frei nach Caroli (Buch „FunRetrospectives“) gibt es eine Standardeinteilung für den Ablauf einer guten Retrospektive:
- Gemeinsame Grundlagen: Zu Beginn wird die Retro vom Scrum Master eröffnet, in dem er die Zusammenhänge mit der vorangegangenen Gruppenarbeit verdeutlicht und so die Konzentration darauf lenkt, eine gemeinsame Grundlage für die nachfolgende Diskussion zu schaffen.
- Sicheres Umfeld: Der Scrum Master muss ausdrücken, dass jedes Gruppenmitglied sein bestes gegeben hat. Durch eine entsprechend rhetorische Ausschmückung dieses Statements wird ein sicheres Umfeld für eine kritische und damit besonders fruchtbare Diskussion geschaffen.
- Startmoment: Der Scrum Master startet die Retrospektive explizit durch einen zeitlich abgrenzbaren Moment.
- Diskussion: Die eigentliche Diskussion beginnt und muss vom Scrum Master moderiert werden. Er muss frühzeitig glättend auf Aufbrüche einwirken und dauerhaft das ehrlich sichere Umfeld erhalten. Es gilt zudem, zu jeder Kritik einen Lösungsvorschlag zu sammeln.
- Lösungen zusammenführen: Aus der Vielzahl von Lösungsvorschlägen müssen die herausgefiltert beziehungsweise fusioniert werden, die von wesentlichem Vorteil sind.
- Retro abschließen: Die Retrospektive muss ähnlich dem Startmoment zu Ende gebracht werden. In einem Abschlussgespräch soll eine kurze Retrospektive über die Retro selbst erfolgen, damit der Scrum Master Feedback zu seiner Moderation erhält.
Zusammenfassung
Retrospektiven sind für jede Art von Gruppenarbeit ein sinnvolles Werkzeug, um noch mehr Nutzen aus der Kooperation zu ziehen. Sie eignen sich dabei besonders für Gruppen, die regelmäßig zusammenarbeiten und stellen einen festen Baustein in der Scrum-Methodik dar.
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