Ehemaliger Jugend forscht Sieger ist Mr. Mathematik 2008

Der ehemalige Jugend forscht Bundessieger Günter M. Ziegler koordiniert das "Jahr der Mathematik 2008", das heute Abend in Berlin offiziell eröffnet wird. In den kommenden zwölf Monaten wird es die Aufgabe des 44-jährigen Leibnizpreisträgers sein, das diesjährige Wissenschaftsjahr inhaltlich zu organisieren und dabei vor allem auch den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern. Vermutlich ist kein Vertreter seines Fachs dafür so prädestiniert wie der breit vernetzte Hochschullehrer: Ziegler ist nicht nur Mathematikprofessor an der Technischen Universität Berlin, sondern unter anderem auch Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung und einer der Leiter der Berlin Mathematical School.

23.01.2008 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.

Mit dem Mathematikjahr will Ziegler einen nachhaltigen Effekt für sein Fach erzielen: den Nachwuchs fördern und besonders Schüler für Mathematik begeistern. "Denn schon jetzt gibt es einen spürbaren Mangel an Absolventen. Das ist dramatisch für ein Land, das auf Hochtechnologie bauen muss", warnt er und formuliert als Ziel, das Potenzial mathematisch begabter junger Menschen in Zukunft noch wirksamer auszuschöpfen. Es müsse daher darum gehen, zum Entdecken und Ausprobieren von Mathematik einzuladen und sichtbar zu machen, dass vieles Mathematik ist und braucht, von dem man das gar nicht dachte.

Nach Ansicht von Ziegler haben Wettbewerbe wie Jugend forscht eine immense Bedeutung bei der Nachwuchsförderung: "Für viele aktive Mathematiker meiner Generation begann ihr Weg in die Wissenschaft über die Wettbewerbe. Dort haben sie ihre Fähigkeiten entwickelt, Ideen gesammelt, Selbstbewusstsein getankt – und Freunde gefunden." Seine dreimalige Teilnahme an Jugend forscht sei außerordentlich anregend und motivierend gewesen, sie habe großen Einfluss auf seinen Lebensweg gehabt. Nach seinem Bundessieg 1981 mit einer Arbeit über konvexe Polyeder sei ihm dann klar gewesen: "Mathe macht mir Spaß, das kann ich, das will ich."

Forschendes Lernen, wie es bei Jugend forscht üblich ist, hält Ziegler für beispielgebend, wenn es um die Vermittlung mathematischer Lerninhalte in der Schule geht: "Ich wünsche mir sehr viel mehr Selbstbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen, mal etwas auszuprobieren. Neugier ist wichtig, Interesse ist wichtig, ´Gute Fragen stellen´ muss man lernen – und zwar durch Selbermachen, anders geht das nicht." Auch er lerne Neues in der Mathematik nicht dadurch, dass er sich irgendwelche Bücher vornehme.

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