Eltern unterstützen Protest gegen Bildungsmisere im Saarland

Auch die Landeselterninitiative für Bildung unterstützt den in dieser Woche stattfindenden sog. Bildungsstreik. Sie wird auch mit Mitgliedern an der heutigen Demonstration teilnehmen. Die Eltern rufen die Landesregierung unter Hinweis auf die für nach der Landtagswahl angekündigte Sozialstudie dazu auf, vor der Wahl darzulegen, welche Anstrengungen sie für notwendig hält, um das Saarland aus dem "Bildungsarmutstal" hinauszuführen.

17.06.2009 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.

"Bei uns Eltern wächst die Angst vor Bildungsarmut. Wir sehen uns durch die Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik des Bundes und der Länder (Stand 6.5.2009 - www.amtliche-sozialberichterstattung.de) bestätigt, dass das Land zu wenig für gute Bildung tut", teilte die Initiative mit. Nach diesen Daten verzeichne das Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern die meisten frühen Schulabgänger und nach Bremen die meisten Personen mit niedrigem Bildungsstand. 20,8 % der Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren verfügten über keinen Abschluss im Sekundarbereich II. Damit sei das Saarland Schlusslicht (Bundesdurchschnitt 14,1 %, bester Wert: Thüringen 8,8 %). Und auch beim zweiten untersuchten Indikator, dem Anteil der 25- bis unter 65-Jährigen ohne beruflichen Abschluss und ohne (Fach-)Hochschulreife liege das Saarland mit 21 % auf einem traurigen zweitletzten Platz (Bundesdurchschnitt 17 %, bester Wert: Sachsen 5 %).

Die beiden Ländervergleiche sind im Anhang beigefügt (siehe rechte Spalte oben).

Die amtliche Sozialberichterstattung stellt fest, dass "das Bildungssystem die Entfaltungsmöglichkeiten der Individuen ebenso wie die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt eines Landes beeinflusst. Auf Ebene der Individuen ist Bildung nicht nur eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt, sie beeinflusst zudem die kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabechancen. In modernen Wissensgesellschaften sind Personen ohne Bildungsabschluss beziehungsweise mit einem nur gering qualifizierenden Bildungsabschluss überproportional häufig von Arbeitslosigkeit und monetärer Armut beziehungsweise sozialer Ausgrenzung betroffen."


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