Erste RegioKonferenz zur Familienfreundlichkeit war voller Erfolg

Ein Forum zum Erfahrungsaustausch für eine nachhaltige familienfreundliche Entwicklung bieten und dazu beitragen, das familienfreundliche Profil der Region Südlicher Oberrhein zu schärfen – das waren die Ziele der ersten RegioKonferenz "Familienfreundlichkeit als Standortvorteil" am 22. Juni 2007 in Offenburg. Über 160 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunalverwaltungen, Wirtschaftsförderern und Unternehmen, ebenso wie von Kirchen, Bildungsträgern, Tageselternvereinen, Beratungsstellen, freien Trägern und Familienbündnissen aus der Region sowie aus anderen Teilen Baden-Württembergs, aus Bayern, Österreich und der Schweiz kamen im Landratsamt zusammen.

28.06.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Zur RegioKonferenz eingeladen hatten das Ministerium für Arbeit und Soziales, die FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg und das Ortenauer Bündnis für Familien in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, der Handwerkskammer Freiburg und dem Freiburger Bündnis für Familie.

"Die erste RegioKonferenz findet aus gutem Grund in Offenburg statt" sagte die Arbeits- und Sozialministerin und Kinderbeauftragte der Landesregierung Dr. Monika Stolz, MdL, in ihrem Eröffnungsvortrag am Vormittag. "Die Region Südlicher Oberrhein hat schon früh erkannt, dass Kinder- und Familienfreundlichkeit ein Standortfaktor ist. Das gilt auch für Betriebe und Unternehmen." Andreas Kempff, der neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein bestätigte: "Wir haben viele gute Beispiele in der Region." Es sei aber höchste Zeit, dass sich auch die Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen diesen Herausforderungen stellen, um dem sinkenden Arbeitskräfteangebot gegenzusteuern.

Am Nachmittag lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in sieben unterschiedlichen Werkstätten bewährte Strategien und Praxisbeispiele zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit vor Ort kennen, diskutierten mit Kolleginnen und Kollegen, trugen Erfahrungen zusammen und erarbeiteten gemeinsam Handlungsansätze, um Familienfreundlichkeit zu einem unverwechselbaren Markenzeichen der Region Südlicher Oberrhein zu machen.

So waren in Werkstatt D Strategien gesucht, um Betriebe für Familienfreundlichkeit zu gewinnen. Die Berichte und die anschließende Diskussion brachten die Erkenntnis, dass es keine 08/15 Lösungen für familienfreundliche Betriebe gibt. Viele Unternehmensvertreter wünschen einen branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch, bei dem ein "Chef zum Anfassen" vor Ort in der Bäckerei oder in der Gärtnerei von seinen eigenen Erfahrungen berichtet. Kommunen können darüber hinaus mit problemorientierten Lösungen Unterstützung bieten. Wichtig bei der Ansprache sind ein breit aufgestelltes Netzwerk und der direkte Kontakt zueinander.

Für Werkstatt F standen die "Zukunftswerkstätten Familienfreundliche Kommune" im Mittelpunkt – eine Arbeitsmethode, mit der Kommunen ihre Familien beteiligen und neue Ideen für die Verbesserung der Familienfreundlichkeit vor Ort gewinnen. Werkstatt F versammelte sowohl Vertreter von Kommunen, die bereits eigene Erfahrungen mit einer Zukunftswerkstatt gemacht haben als auch Interessierte, um gemeinsam eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Zukunftswerkstatt ist: Familienfreundlichkeit muss vor Ort Chefsache sein. Ebenso wichtig sind engagierte Trägerinnen und Träger des Entwicklungsprozesses in der Verwaltung und im Gemeinderat. Die Erfahrung zeigt, dass eine Zukunftswerkstatt das Potential hat, für "frisches Blut" im Kreis der Engagierten zu sorgen. Um dieses Potential auszureizen, lohnt die Investition in eine Vorbereitung, die den Rahmen dafür schafft, dass am Veranstaltungstag ein besonderes Gemeinschaftsgefühl entstehen kann. So lässt sich Motivation und breite Unterstützung für die Weiterentwicklung der Familienfreundlichkeit gewinnen.

Werkstatt G beschäftigte sich mit der Frage, wie Familienfreundlichkeit zu einem imageprägenden Markenzeichen der Region Südlicher Oberrhein weiterentwickelt werden kann. Wertvolle Anregungen bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Referentin Irene Slama von der österreichischen Familienallianz. Auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend können Gemeinden in Österreich das Zertifikat "Kinder- und Familienfreundliche Gemeinde" erwerben, wenn sie sich eigene Ziele zur Familienfreundlichkeit stecken und diese Ziele nach zwei bis drei Jahren auch nachprüfbar verwirklicht haben. Eine solche Motivation und Anerkennung für familienfreundliches Engagement sollte es auch in Baden-Württemberg geben, so ein Ergebnis der Werkstatt. Auch öffentliche Würdigungen von kinder- und familienpolitisch Aktiven (z.B. bei Neujahrsempfängen), regelmäßige Besuche von Gemeinderäten in Kindergärten und Schulen, die Kennzeichnung von familienfreundlichen Betrieben und Einrichtungen oder die Ausrichtung eines regionalen Familienfestes können zu einem kinder- und familienfreundlichen Klima in Baden-Württemberg wichtige Beiträge leisten.

Weitere Informationen

Pressematerial zur RegioKonferenz Südlicher Oberrhein kann bei der FaFo FamilienForschung angefordert werden. Eine ausführliche Dokumentation, die auch eine Zusammenstellung der Arbeitsergebnisse aus sämtlichen Werkstätten enthält, wird voraussichtlich nach der Sommerpause unter www.familienfreundliche-kommune.de zum Download zur Verfügung stehen. Der Newsletter zum Portal www.familienfreundliche-kommune.de benachrichtigt Sie über das Erscheinen der Dokumentation.

Ansprechpartner

  • Jens Ridderbusch, FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes, Tel. 0711-641-2719,
  • Christine Ehrhardt, FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes, Tel. 0711-641-2668,

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