Fast 7 700 Familien erhalten professionelle Unterstützung zur Bewältigung von gravierenden Alltagsproblemen

Wie das Statistische Landesamt feststellt, erhielten im Jahr 2006 7 658 Familien mit mehr als 17 000 Kindern diese intensivste Form der ambulanten Erziehungshilfen. Im Vorjahr waren es 7 159 Familien. Seit 1995 hat sich die Inanspruchnahme dieser Hilfeart verdreifacht. Voraussetzung für diese mit einer Dauer von durchschnittlich 17 Monaten eher langfristig angelegten sozialpädagogischen Betreuung und Begleitung ist das Einverständnis und die Mitwirkung der ganzen Familie.

03.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Zur Verbesserung der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten der minderjährigen Kinder sucht in diesen Fällen eine Fachkraft die Familie in ihrer häuslichen Umgebung auf. Durch intensive Betreuung und Begleitung unterstützt sie die Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, bei der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen. Dabei kommt dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" besondere Bedeutung zu. Durch die Hilfegewährung wird angestrebt, die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb des Elternhauses zu vermeiden.

Zwei Drittel der sozialpädagogischen Familienhilfen wurden von den Allgemeinen Sozialen Diensten der Jugendämter und anderen öffentlichen Stellen angeregt, während ein Viertel von Eltern bzw. Elternteilen selbst nachgesucht wurde. In 46 Prozent der Familien lebten die Kinder oder Jugendlichen bei einem allein erziehenden Elternteil. Weitere 38 Prozent wohnten mit beiden Elternteilen zusammen, 14 Prozent wuchsen in einer Stief-Familie auf und nur 1 Prozent in einer Pflegefamilie. In 55 Prozent der unterstützten Familien lebten zwei oder drei minderjährige Kinder. 30 Prozent aller Familienhilfen richteten sich an Familien, in denen alle Kinder zwischen 6 und 15 Jahre alt waren. In knapp 10 Prozent der Familien waren alle Kinder unter 3 Jahre alt. Die Ursachen, die zu gravierenden Problemen in den Familien führen, sind vielfältig. Vorrangig wurde Unterstützung benötigt, weil Erziehungsprobleme auftraten (70 Prozent). Es folgten Entwicklungsauffälligkeiten (37 Prozent), Beziehungsprobleme (31 Prozent) sowie Schul- und Ausbildungsprobleme (25 Prozent). Trennung oder Scheidung der Eltern war bei 16 Prozent, eine Vernachlässigung der Kinder und Jugendlichen in 13 Prozent der Fälle Ursache für eine Hilfe. Bei 6 Prozent der Familien führte Überschuldung und bei 5 Prozent Anzeichen von Misshandlung oder sexuellem Missbrauch zu einer sozialpädagogischen Familienhilfe.


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