Frankfurter Buchmesse engagiert sich verstärkt in der arabischen Welt

"Als internationaler Dienstleister hoffen wir, einen verstärkten Zusammenhalt der globalen Verlagsgemeinschaft schaffen zu können. Abu Dhabi ist ein idealer Ort für eine bedeutende Messe in der arabischen Welt dank seiner einzigartigen Lage, internationalen Anziehungskraft und dem wachsenden Interesse an Weltkultur", begründet Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, das verstärkte Engagement des Unternehmens in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Seit 2006 ist die Frankfurter Buchmesse dort aktiv und unterstützt die Abu Dhabi Authority for Culture and Heritage (ADACH) in ihren Bemühungen, Abu Dhabi und seine traditionsreiche Buchmesse als führenden Marktplatz für das Verlegen und den Vertrieb von Büchern im Nahen Osten zu etablieren. "Die Verlagsbranche der arabischen Welt birgt unserer Ansicht nach im internationalen Vergleich eines der größten Wachstumspotentiale. Und Abu Dhabi ist der ideale Ort, dieses Potential zu nutzen", so Boos.

05.03.2008 Pressemeldung Frankfurter Buchmesse

Einzige bilinguale Fachmesse im Nahen Osten

Die Abu Dhabi International Book Fair (ADIBF) findet vom 11. bis 16. März 2008 statt und ist die einzige bilingual (englisch-arabisch) ausgerichtete Fachmesse im Nahen Osten. Erwartet werden in diesem Jahr rund 430 Aussteller aus 40 Ländern. Die Ausstellungsfläche hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf rund 17.000 Quadratmeter vergrößert. "Das neue Konzept der Messe hat bereits im ersten Jahr 2007 Früchte getragen. Dafür sorgten unter anderem das Business Centre und das Discussion Forum als neue Anlaufstellen auf der Messe", erklärt Juergen Boos. In diesem Jahr gibt es zudem erstmals einen reinen Fachbesuchertag (Dienstag, 11. März) mit einem Fachprogramm, das es internationalen Branchenvertretern ermöglicht, gezielt Geschäfte anzubahnen, Kontakte zu knüpfen und ihr Fachwissen zu erweitern. Doch auch das kulturelle Programm kommt nicht zu kurz: Weltbekannte arabische Schriftsteller wie Alaa al-Aswani und Khairy Shalaby sind in Abu Dhabi mit dabei. Im Discussion Forum finden Vorträge und Diskussionen zu den Themen Toleranz, Redefreiheit, Umweltschutz und Frauenrechte statt.

Der arabische Buchmarkt: großes Potential, aber bisher kaum erschlossen

Der arabische Sprachraum mit seinen mehr als 300 Millionen Menschen ist bisher kaum für die internationale Buchbranche erschlossen. Verlässliche Zahlen über die Werke, die jedes Jahr ins Arabische übersetzt werden, gibt es nicht, da Übersetzungsprojekte bisher nur unzureichend dokumentiert werden. Auch die Angaben darüber, wie viele Bücher in der gesamten arabischen Welt im Durchschnitt pro Jahr produziert werden, sind ungenau und schwanken zwischen rund 4.800 Titeln (Arab League Educational, Cultural and Scientific Organization) und mindestens 20.000 (Arab Publishers Union). Im Vergleich: In Großbritannien wurden 2006 laut Nielsen Bookdata rund 116.000 Bücher publiziert, in Deutschland waren es nach Angaben von "Buch und Buchhandel in Zahlen 2007" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels rund 95.000. Als Ansporn für das kulturelle Schaffen arabischer Autoren und Verleger wurde daher 2007 der Sheikh Zayed Book Award (www.zayedaward.com) ins Leben gerufen, der im Rahmen der Buchmesse in Abu Dhabi verliehen wird und mit insgesamt 1,9 Millionen US-Dollar dotiert ist. Er zeichnet arabische Schriftsteller aus, deren Werke das kulturelle, literarische und soziale Leben in der arabischen Welt entscheidend bereichert haben und wird in neun Kategorien vergeben.

Außerdem hat die Kulturbehörde in Abu Dhabi das Übersetzungsförderungsprojekt "Kalima" (arabisch für "Wort") ins Leben gerufen. Kalima (www.kalima.ae) hat zum Ziel, in den kommenden Jahren hunderte von klassischen und zeitgenössischen internationalen Titeln aus Literatur, Sachbuch und Wissenschaft den arabischen Lesern in arabischer Sprache zugänglich zu machen. Bei den ersten sechs übersetzten Büchern handelt es sich um Werke von Umberto Eco, Jürgen Habermas, Steven Hawking, Gene Heck, Haruki Murakami und Phil Rosenzweig.

Ausbau der internationalen Aktivitäten mit "Kitab"

Zur arabischen Welt gehören so unterschiedliche Länder wie Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon oder auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Ein homogenes arabisches Verlagswesen gibt es dementsprechend nicht. Es existieren bereits verschiedene etablierte Zentren und Buchmessen, wie beispielsweise Kairo oder Beirut, die vor allem als Verkaufsmessen für den arabischen Raum fungieren. Um internationalen Verlagen den Einstieg und die Orientierung in den oftmals unüberschaubar scheinenden Markt zu erleichtern, ist jedoch ein Netzwerk notwendig, das diese verschiedenen Zentren verbindet.

Die Frankfurter Buchmesse und die ADACH bemühen sich zusammen darum, Abu Dhabi als Dreh- und Angelpunkt eines solchen Netzwerks zu etablieren. Dafür gründeten sie im vergangenen Jahr das Joint Venture "Kitab" (arabisch für "Buch"). "Nach der erfolgreichen Gründung der Cape Town Book Fair im Jahr 2006 ist dieses Joint Venture für uns der natürliche nächste Schritt im Ausbau unserer internationalen Aktivitäten", sagt Juergen Boos. Das Joint Venture hat zum Ziel, die Entwicklung des Buch- und Verlagswesens in den Vereinigten Arabischen Emiraten voranzubringen und das Lesen in der Region nachhaltig zu fördern. Zudem wird Kitab die Ansiedlung von internationalen Verlagen in Abu Dhabi unterstützen und sich maßgeblich am Aufbau eines Distributionssystems in der arabischen Welt sowie an der Professionalisierung des gesamten arabischen Marktes beteiligen.

Die Abu Dhabi Authority for Culture and Heritage (ADIBF) wurde im Oktober 2005 von der Regierung in Abu Dhabi geschaffen. Ihre Aufgabe ist es, den Markt für das Verlags- und Vertriebswesen in der arabischen Welt zu beleben, zu fördern und zu unterstützen mit dem Ziel, einzigartige Voraussetzungen für die intellektuelle Bereicherung und den Gedankenaustausch zu schaffen und die Kommunikation der Kulturen zu fördern (www.cultural.org.ae).

Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.000 Ausstellern aus über 100 Ländern die größte Buchmesse der Welt. Sie organisiert darüber hinaus die Beteiligung deutscher Verlage an mehr als 25 internationalen Buchmessen und ist Mitbegründerin der Cape Town Book Fair in Südafrika. Mit www.buchmesse.de unterhält sie das weltweit meist genutzte Portal für die Verlagsbranche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Ansprechpartner

Frankfurter Buchmesse
Reineckstr. 3
60313 Frankfurt am Main
Web: http://www.buchmesse.de

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