GEW gratuliert Ute Erdsiek-Rave zum 10-jährigen Amtsjubiläum
"Wir gratulieren Ute Erdsiek-Rave recht herzlich zum zehnjährigen Amtsjubiläum als Bildungsministerin. Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein hat sie einen bildungspolitischen Meilenstein gesetzt", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, den 28.10.08 in Kiel. "Jetzt wünschen wir ihr neben persönlicher Gesundheit die Erkenntnis, dass sich bildungspolitische Erfolge in Schulen und Kindertagesstätten nur mit besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten erreichen lassen. Außerdem hoffen wir auf mehr Durchschlagskraft, wenn es darum geht, trotz Schülerrückgangs Streichungen im Bildungshaushalt zu verhindern.
28.10.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDie GEW-Bilanz der bisherigen Amtszeit Erdsiek-Raves fällt durchwachsen aus. "Im Vergleich zu Bildungsministern in anderen Bundesländern steht Ute Erdsiek-Rave gut da. Auch verspürt niemand den Wunsch, dass der Koalitionspartner das Bildungsministerium übernehmen könnte. Gemessen an den Erfordernissen im Bildungsbereich und der Arbeitssituation der Beschäftigten kann das Urteil aber nur negativ ausfallen", so Matthias Heidn.
So sei bei der GEW besonders übel aufgestoßen, dass sich die Ministerin sehr schnell von ihren Ankündigungen beim Amtsantritt verabschiedet habe. Damals habe sie den Lehrkräften keine weiteren Belastungen mehr aufbürden wollen, ohne sie an anderer Stelle zu entlasten. "Danach gab es aber Belastungen wie Arbeitszeitverlängerungen und Arbeitsverdichtungen auf allen Ebenen. Auf die Entlastungen hingegen warten die Lehrerinnen und Lehrer heute noch. Hinzu kamen Gehaltskürzungen durch die Streichung des Weihnachtsgeldes. Da hat die Glaubwürdigkeit der Ministerin ziemlich gelitten", meinte Matthias Heidn. In diese Richtung passe auch, dass die Bildungsministerin ständig versuche, erforderliche Änderungen im Bildungssystem quasi von den Beschäftigten "bezahlen" zu lassen.
Mit der frühkindlichen Bildung zeigte sich der GEW-Landesvorsitzende ebenso wenig zufrieden: "Jahr für Jahr mussten die Erzieherinnen gemeinsam mit der GEW Verschlechterungen bei den Gruppengrößen abwehren. Gleichzeitig jagt ein Modellprojekt das nächste, ohne dass die Kindertagesstätten insgesamt die notwendigen Rahmenbedingungen bei solider Finanzierung erhalten."
Der GEW-Landesvorsitzende stellte aber auch die unbestreitbaren Verdienste der Bildungsministerin heraus. Vor allem falle die Tatsache ins Gewicht, dass Schleswig-Holstein anders als andere Bundesländer in den vergangenen Jahren alle Lehrerstellen wiederbesetzt und sogar neue Stellen geschaffen habe.
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