Gewerkschaftstag der GEW wählt neues Sprecherteam
Auf ihrem Gewerkschaftstag am 8./9. Oktober haben die Delegierten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit überwältigender Mehrheit Elke Baumann, Christian Gloede-Noweck und Bernd Winkelmann als Sprecher des Geschäftsführenden Landesvorstandes (GLV) der Bildungsgewerkschaft gewählt. Mit dem Traumergebnis von 100% wurde Harry Eisenach als Landesschatzmeister bestätigt und gehört in dieser Funktion dem GLV an.
10.10.2007 Bremen Pressemeldung GEW BremenIm Zentrum des Gewerkschaftstages stand die Diskussion über die Zukunft des bremischen Bildungssystems. Hierzu referierte die Bildungssenatorin als Gast des Gewerkschaftstages ihre Vorstellungen. In der anschließenden Aussprache bekräftigte die GEW ihre Forderung nach einer Schule für alle. "Entscheidend sind zum jetzigen Zeitpunkt die Weichenstellungen hin zu einem längeren gemeinsamen Lernen. Die GEW schlägt vor, ein Anreizsystem für Schulen zu entwickeln, die sich auf diesen integrativen Weg begeben", so die neuen Landesvorstandssprecher. Die GEW werde ihre konkreten Vorstellungen im Rahmen der Beteiligung zur Schulentwicklungsplanung 2008 einbringen. "Dabei muss es aber auch um Fragen der notwendigen Entlastung von Pädagogen und Pädagoginnen an Schulen sowie um eine Veränderung der Lehramtsausbildung gehen", so die Sprecher weiter. Die gewollte Schule für alle stehe derzeit im Widerspruch zur Ausbildung. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.
In dem Projekt "Eigenverantwortliche Schule" liege aus Sicht der GEW beim gegenwärtigen Diskussionsstand die Gefahr der Mehrarbeit und Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Verlagerung von Aufgaben aus der Behörde hin zur Schule. "Durch Zuweisung von Budgets wird auch die Verwaltung des Mangels an die Schulen verlagert und die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse wahrscheinlicher".
Einmütig forderten die Delegierten den Senat auf, die Altersteilzeit für Lehrkräfte wieder einzuführen und die positiven Effekte von Neueinstellungen zu nutzen. In dieser Forderung sieht sich die GEW an der Seite der Bildungssenatorin.
In einem Dringlichkeitsantrag wurde die Senatorin aufgefordert, endlich die Haushaltsmittel 2008/09 für Einrichtungen der Weiterbildung auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes in der Höhe von 2007 festzuschreiben. Ohne diese Zusage könnten die Träger weder Personal- noch Veranstaltungsplanungen für das kommende Jahr machen!
In weiteren Anträgen befasste sich der Gewerkschaftstag mit vielfältigen Fragen der Schul- und Unterrichtsgestaltung sowie der Arbeitsbedingungen und bekräftigte die Ablehnung von Studiengebühren.
Durchaus erfreulich sei die Mitgliederentwicklung der GEW Bremen, stellten die Sprecher fest. Gleichwohl fehle es teilweise an attraktiven Beteiligungsmöglichkeiten insbesondere für jüngere Mitglieder. Mitverantwortlich dafür sei eine nicht mehr angemessene Gremienstruktur. Mitglieder müssten stärker als bisher in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Hierzu soll dem nächsten Gewerkschaftstag ein entsprechender Vorschlag vorgelegt werden, beschlossen die Delegierten.
Keine Kommentare vorhanden