Baden-Württemberg

Gute Beschäftigungschancen im Land auch für Menschen mit geringerem Bildungsniveau

Die heute erschienene Tabellensammlung "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich" präsentiert seit 2006 jährlich ausgewählte Bildungsindikatoren auf Ebene der Bundesländer und stellt sie in einem internationalen Vergleich dar. Diese Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ergänzt die gestern herausgegebene OECD-Veröffentlichung "Bildung auf einen Blick".

12.09.2012 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Hochqualifizierte mit hoher Beschäftigungsquote

Die Beschäftigungsmöglichkeiten der 25- bis 64-Jährigen waren im Jahr 2010 in Baden-Württemberg für Personen mit jedem Bildungsniveau überdurchschnittlich gut. Rund 62 Prozent der Menschen, die maximal einen Bildungsabschluss der Sekundarstufe I (Haupt- oder Realschulabschluss) hatten, hatten einen Arbeitsplatz. Dieser Wert liegt knapp 7 Prozentpunkte über dem Bundes- und gut 6 Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt und ist der Spitzenwert im Ländervergleich. Auch bei den Personen mit einem Abschluss der Sekundarstufe II (Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung) lag die Beschäftigtenquote mit 80 Prozent in Baden-Württemberg am höchsten. Mit gut 88 Prozent war die Beschäftigungsquote unter den Menschen mit Abschluss im Tertiärbereich (Hochschul- oder Fachschulabschluss) besonders hoch. Allerdings lag diese in Rheinland-Pfalz mit 89 Prozent noch geringfügig darüber, was insbesondere auf eine etwas höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen mit solchen Abschlüssen zurückzuführen ist. In Baden-Württemberg liegt die Beschäftigungsquote von Frauen mit Abschluss im Tertiärbereich seit einigen Jahren bei 82 Prozent, während im Bundesdurchschnitt mittlerweile 83 Prozent der Frauen mit Hochschul- oder Fachschulabschluss erwerbstätig sind.

40 Prozent eines Altersjahrgangs beginnen ein Studium

Im Studienjahr 2010 (Sommersemester 2010 und Wintersemester 2010/11) haben gut 40 Prozent eines Altersjahrgangs der Baden-Württemberger ein Studium begonnen, fast vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der deutschen Durchschnitt lag 2010 bei knapp 36 Prozent. Knapp hinter Hessen (fast 41 Prozent) liegt Baden-Württemberg mit diesem Anteil an Studienanfängern mit an der Spitze der Bundesländer.1) Die Studienanfängerquote der Frauen liegt in Baden-Württemberg mit 39 Prozent um 2 Prozentpunkte unter der der Männer. Baden-Württemberg gehört damit zu den fünf Bundesländern, deren Abiturienten eher ein Studium aufnehmen als deren Abiturientinnen (außer Baden-Württemberg noch Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein).

In Baden-Württemberg überdurchschnittliche Studienanfängerquoten in MINT-Fächern

Knapp 20 Prozent bzw. 14 Prozent der Studienanfänger wählten die Fächergruppen "Ingenieurwissenschaften, Fertigung und Bauwesen" sowie "Bio- und Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik". Deren Anteile liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von knapp 16 Prozent bzw. rund 12 Prozent. Den größten Anteil hält aber weiterhin die Fächergruppe "Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften" mit rund 21 Prozent. Deutschlandweit liegt der Anteil dieser Fächergruppe um 2 Prozentpunkte höher.

1) Im Saarland lag die Studienanfängerquote 2010 bei knapp 50 Prozent, allerdings ist dieser Wert durch einen doppelten Abiturientenjahrgang im Jahr 2009 verzerrt.

Veröffentlichung: Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2012 (PDF)


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