Jugend forscht

Jugend forscht Sieger bei der Nobelpreisverleihung 2010

Bei der morgigen Nobelpreisverleihung in Stockholm ist auch ein Preisträger des diesjährigen Bundeswettbewerbs von Jugend forscht zu Gast. Florian Schober wird miterleben, wie das schwedische Königspaar die höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen verleiht. Der Festakt ist für ihn der Höhepunkt einer ereignisreichen Woche: Gemeinsam mit 24 Nachwuchswissenschaftlern aus 17 weiteren Ländern nimmt der Jungforscher derzeit am "Stockholm International Youth Science Seminar" (SIYSS) teil, das seit 35 Jahren von der Nobel-Stiftung und der Schwedischen Vereinigung junger Wissenschaftler veranstaltet wird.

09.12.2010 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.

Florian Schober aus dem bayerischen Hutthurm gewann die Reise nach Stockholm beim Jugend forscht Finale im Mai 2010 in Essen. Für sein Biologie-Projekt "Flechten als Klimaarchive" wurde der 19-Jährige nicht nur mit dem Bundessieg ausgezeichnet, sondern erhielt von der Bremer Ernst A. C. Lange-Stiftung auch das Ticket nach Schweden. In seiner prämierten Arbeit stellte der Nachwuchswissenschaftler einen neuen Ansatz vor, um vergangene Klimasituationen präzise nachzuvollziehen. Bei der Vermessung von Flechtenstrukturen unter dem Mikroskop entdeckte Florian Schober klar erkennbare Wechselwirkungen mit der Klimaentwicklung. Mit diesen Ergebnissen kann der junge Forscher belegen, dass sich die Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge sehr gut als Klimaarchiv eignet. Mit anderen Worten: Die klimatischen Verhältnisse der vergangenen Jahrhunderte lassen sich aus den Flechten ableiten. Seine Methode könnte vor allem im Hinblick auf das hohe Alter, das Flechten erreichen, und deren Verbreitung in nahezu jeder Klimazone eine sinnvolle Ergänzung zu bisherigen Analyseansätzen darstellen.

"Ich bin ungemein gespannt auf die Teilnehmer der anderen Länder und ihre Projekte", sagt Florian Schober. "Besonders freue ich mich darauf, nicht nur die aktuellen Nobelpreisträger, sondern auch die zukünftige Forschergeneration kennenzulernen." Der Jungforscher bestand im Sommer sein Abitur am Johannes-Gutenberg-Gymnasium in Waldkirchen und studiert seit Oktober Molekulare Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Nach der Nobelpreisverleihung wird der Jungforscher mit den Preisträgern und rund 1300 Gästen am traditionellen Bankett teilnehmen und anschließend auf dem festlichen Ball im Stockholmer Rathaus tanzen. In der Woche zuvor absolviert er beim SIYSS ein attraktives wissenschaftliches und kulturelles Programm: Die Jugendlichen hören unter anderem Vorträge der Nobelpreisträger und haben die Möglichkeit, beim Empfang des Nobelkomitees die Nobelpreisträger kennenzulernen. Sie stellen Wissenschaftlern und Studenten ihre eigenen Forschungsprojekte vor, besuchen das Nobel Museum wie auch das Karolinska Institut, eine der weltweit renommiertesten medizinischen Hochschulen. "Diese Einladung zeigt, dass deutsche Nachwuchsforscher auch international anerkannt sind", sagt Dr. Jörg F. Maas, Geschäftsführer der Stiftung Jugend forscht e. V. "Jugend forscht bietet mit diesem Preis auch interessante internationale Perspektiven."

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