Jugendforscher Klaus Hurrelmann wird 70 Jahre
(red/pm) Der Bildungs- und Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann wird am 10. Januar 70 Jahre alt. Mit seinen Beiträgen zur Sozialisations- und Bildungsforschung mit den Schwerpunkten Familie, Kindheit, Jugend und Schule ist Hurrelmann einer der prägenden deutschen Wissenschaftler auf diesen Gebieten.
09.01.2014 ArtikelMit der Etablierung der ersten deutschen School of Public Health 1994 an der Universität Bielefeld, deren Dekan er über zehn Jahre war, verhalf er zudem der Gesundheits- und Präventionsforschung – nach deren Instrumentalisierung im "Dritten Reich" – zu einem Neustart. Einem breiteren Publikum bekannt ist er unter anderem durch sein Engagement für Reformen des Schulsystems, Hilfen bei Gesundheitsstörungen von Schülerinnen und Schülern und für die Absenkung des Wahlalters. Seine "Theorie der produktiven Realitätsverarbeitung" wird seit 20 Jahren nicht nur in Universitätsseminaren diskutiert, sondern hat inzwischen Eingang in den Unterricht der gymnasialen Oberstufen gefunden. In einigen Bundesländern ist sie festes Thema für die zentralen Abiturprüfungen.
Hurrelmann ist Autor zahlreicher Grundlagenwerke, gehörte zum Leitungsteam der letzten drei Shell-Jugendstudien, war zwölf Jahre lang Sprecher des Sonderforschungsbereiches "Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter" der Deutschen Forschungsgemeinschaft und leitete den deutschen Teil der international vergleichenden Studie "Health Behavior in School Children" im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation.
"Indem er wissenschaftliche Exzellenz mit öffentlichem Engagement vereint, ist Klaus Hurrelmann nicht nur ein Vorbild für viele junge Wissenschaftler. Er verkörpert auch unser Selbstverständnis als School of Governance, die den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis sucht", sagt Prof. Dr. Helmut K. Anheier, Dekan der Hertie School.
Klaus Hurrelmann studierte Soziologie, Psychologie und Pädagogik an den Universitäten Freiburg, Berkeley (USA) und Münster und promovierte in der Sozialisationsforschung. 1975 habilitierte er mit der Arbeit "Erziehungssystem und Gesellschaft" und erhielt eine Professur an der Universität Essen. Von 1980 bis 2009 lehrte und forschte er an der Universität Bielefeld. Seither ist er als Senior Professor an der Hertie School of Governance in Berlin tätig.
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