Statistik

Gender Education Gap 2024: Frauen machen häufiger höhere Schulabschlüsse

Die Hochschulreife erwerben zu 55 % Frauen, den Ersten Schulabschluss zu 59 % Männer. 15 % der Männer und 11 % der Frauen von 18 bis 24 Jahren hatten 2025 maximal einen Mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung. Bei den Bachelor-Abschlussquoten sind Frauen ebenfalls erfolgreicher.

20.08.2026 Bundesweit Pressemeldung Statistisches Bundesamt (DESTATIS)
  • Junge Erwachsene schreiben eine Klausur. © Adobe Stock Junge Männer neigen eher dazu, vergleichsweise früh von der Schule abzugehen und auch im Anschluss nicht in eine Aus- oder Weiterbildung zu starten.

Bei schulischer und beruflicher Bildung schneiden junge Frauen oft besser ab als junge Männer. Dieser Gender Education Gap zeigt sich unter anderem bei Schulabschlüssen und bei Abschlussquoten an Hochschulen. Im Abgangsjahr 2024 waren unter den 258 300 Absolvierenden mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen 55 % Frauen und 45 % Männer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Je geringer der formale Schulabschluss, desto stärker kehrt sich das Geschlechterverhältnis um: Unter den 133 100 Absolvierenden mit Erstem Schulabschluss waren 59 % Männer und 41 % Frauen. Der Erste Schulabschluss ist ein allgemeinbildender Abschluss der Sekundarstufe I, der üblicherweise am Ende der 9. Klasse erworben werden kann. Einen Mittleren Schulabschluss machten 344 200 Absolvierende allgemeinbildender Schulen, darunter 51 % Männer und 49 % Frauen. Dieser Abschluss wird üblicherweise am Ende der 10. Klasse in der Sekundarstufe I erworben.

Jungen und junge Männer wiederholten öfter eine Klasse als Mädchen und junge Frauen

Auch bei den Wiederholerinnen und Wiederholern zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Im Schuljahr 2024/2025 wiederholten 148 100 Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe, 56 % davon waren männlich und 44 % weiblich.

Junge Männer häufiger nicht in Schul-, Aus- oder Weiterbildung

Junge Männer neigen eher dazu, vergleichsweise früh von der Schule abzugehen und auch im Anschluss nicht in eine Aus- oder Weiterbildung zu starten. Im Jahr 2025 hatten 15 % der Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung. Unter Frauen im selben Alter traf dies auf 11 % zu. Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern ist in den letzten Jahren größer geworden: Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil unter Frauen und Männern bei je 10 % gelegen. Diese Entwicklung lässt sich teilweise auf den gestiegenen Anteil der ausländischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe zurückführen, der von 12 % auf 17 % angestiegen ist. Junge Menschen dieser Bevölkerungsgruppe sind häufiger nicht in Schul-, Aus- oder Weiterbildung. Im Jahr 2025 hatte gut ein Drittel (34 %) der ausländischen jungen Männer keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und befand sich nicht in Aus- oder Weiterbildung. Zehn Jahre zuvor traf dies noch auf knapp ein Viertel (24 %) zu. Unter den ausländischen Frauen in der Altersgruppe ist der Anteil niedriger und im selben Zeitraum moderater gestiegen: von 22 % auf 26 %.

Abschlussquoten von Frauen an Hochschulen höher als bei Männern

Studentinnen schließen ihr Bachelorstudium häufiger erfolgreich innerhalb von acht Semestern ab als Studenten. Gut ein Drittel (34 %) der Studienanfängerinnen mit Beginn des Studiums im Jahr 2020 schlossen ihr Bachelorstudium nach acht Semestern ab. Bei Männern lag die Abschlussquote bei einem Viertel (25 %). Auch bei den Masterstudiengängen lag die Abschlussquote der Studienanfängerinnen von 2020 mit 53 % nach sechs Semestern über der ihrer männlichen Kommilitonen (48 %), der Abstand zwischen Frauen und Männern war aber geringer als bei den Bachelorstudiengängen.

Bei Studiengängen mit Staatsexamen war die Abschlussquote unter Frauen ebenfalls höher als bei Männern. Aufgrund der längeren Regelstudienzeit werden hier erfolgreiche Abschlüsse nach zwölf Semestern betrachtet. 35 % der Studentinnen, die 2018 ihr Studium begannen, erlangten innerhalb von zwölf Semestern ihr Staatsexamen. Bei Männern waren es 24 %.

Methodische Hinweise:

Die Berechnung von Abschlussquoten aus der Studienverlaufsstatistik 2025 erfolgt separat für Bachelor-, Master- und Staatsexamensstudiengänge: Die Abschlussquoten für Bachelorstudiengänge beziffern den Anteil der Bacheloranfängerinnen und -anfänger (1. Fachsemester) eines Studienjahres mit Abschluss acht Semester nach Studienbeginn, die Abschlussquoten für Masterstudiengänge den Anteil der Masteranfängerinnen und -anfänger (1. Fachsemester) mit Abschluss sechs Semester nach Studienbeginn und die Abschlussquoten für Staatsexamensstudiengängen den Anteil der Staatsexamensanfängerinnen und -anfänger (1. Fachsemester) mit Abschluss zwölf Semester nach Studienbeginn.

Als Wiederholerinnen und Wiederholer gelten Schülerinnen und Schüler, die eine Klassenstufe zum zweiten Mal durchlaufen (wegen Nichtversetzung oder freiwilliger Wiederholung).


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