didacta-Eröffnung

"Kinder brauchen faire und gerechte Bildungschancen"

(red) "Die Zukunft eines jeden Landes ist unmittelbar von der Bereitschaft abhängig, den Kindern faire und gerechte Bildungschancen bereit zu stellen", erklärte der Präsident des Didacta Verbands, Prof. Dr. Wassilios Fthenakis gestern in Hannover zur Eröffnung der didacta, Europas größter Bildungsmesse. Er forderte die Gäste der Eröffnungsfeier auf: "Lassen Sie uns gemeinsam diese Herausforderung annehmen."

25.02.2015 Artikel
  • © Deutsche Messe

Zwar bescheinige die PISA-Studie den 15jährigen deutlich verbesserte Leistungen und auch die Zahl der Risikoschüler habe zwar abgenommen, aber noch kein befriedigendes Maß erreicht. Die Bildungsungerechtigkeit bleibe die Herausforderung auf der Agenda der Bildungspolitik.

Die Studie von John Hattie, so Fthenakis weiter, habe noch einmal deutlich gemacht, dass hohe Bildungsqualität ohne qualifizierte, kompetente und motivierte Fachkräfte nicht zu haben sei. Aber: "Wir alle wissen es zu schätzen, mit welchem Engagement unsere Fachkräfte, nicht selten unter suboptimalen Rahmenbedingungen, ihren Beitrag leisten. Deshalb ist es höchste Zeit, die Qualifizierung der Fachkräfte zu reformieren."

Fthenakis ging auch auf den aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ein. Er dokumentiert einen historischen Höchststand der Armut in Deutschland, von der vor allem Kinder und Familienhaushalte mit einem alleinstehenden Elternteil besonders betroffen sind. "Dass 12,5 Millionen Menschen in unserem Land unter Armut leiden, muss uns alle erschüttern und uns dazu veranlassen, insbesondere die Zukunft der davon betroffen Kinder nicht diesem Schicksal zu überlassen."

Und schließlich dürften bei den Kindern, deren Eltern in Deutschland um Asyl gebeten haben, Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden: "Wir haben mit hoher Sensibilität und der gebotenen Fachkompetenz auf deren Bedürfnisse zu reagieren, auf der Grundlage des Respekts und der Wertschätzung ihrer Sprache und Kultur und aus der Überzeugung heraus, dass im Zusammenklang von Kulturen etwas Neues, Kreatives und Bereicherndes entstehen kann, von dem alle profitieren können. Die viel beschworene "Willkommenskultur" muss in jeder Einrichtung, an jedem Lernort, in allen Bereichen der Gesellschaft Platz greifen."

Die Rede im Wortlaut


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