Kleist ganz aktuell
Heinrich von Kleist war einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker und Erzähler. 1811 schied er im Alter von nur 34 Jahren aus dem Leben. Wie modern und spannend Kleists Werke auch heute noch sind, zeigen Veranstaltungen und Projekte im Kleist-Jahr 2011.
04.03.2011 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der BundesregierungIn Frankfurt an der Oder, der Geburtsstadt des Dichters, fand heute der offizielle Festakt zum Start des Kleist-Jahres 2011 statt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nahm zusammen mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck an ihm teil.
"Das vielfältige, ideenreiche Programm des Kleist-Jahres beweist, wie lohnend es ist, sich mit einem Dichter auseinanderzusetzen, der heute in vielem als Wegbereiter der Moderne gilt", erklärte Neumann. Kleist habe ein Werk hinterlassen, das - so Neumann - in jeder Hinsicht ´unzeitgemäß´ und seiner Zeit voraus war.
Heinrich von Kleist wurde 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker, Erzähler und Lyriker. Außerdem war er als Publizist für eine ganze Reihe von Zeitungen tätig. Zu den bekanntesten Werken Kleists zählen Theaterstücke wie "Der zerbrochene Krug", "Penthesilea" oder "Das Käthchen von Heilbronn". Auch seine Erzählungen wie "Die Marquise von O ..." oder "Michael Kohlhaas" gehören heute unumstritten zur Weltliteratur. Als Autor hat er zahlreiche Schriftsteller inspiriert und Komponisten zu eigenen musikalischen Werken angeregt. Zusammen mit Henriette Vogel schied er am 21. November 1811 durch Selbstmord aus dem Leben.
"Kleist-WG" für einen heimatlosen Dichter
Dass der Dichter durchaus auch jungen Menschen etwas zu sagen hat, beweist die "Kleist-WG". Als "temporäre Bleibe" für den Dichter wurde sie von Schülerinnen und Schülern in jenem Frankfurter Gebäude gestaltet, das heute an der Stelle seines Geburtshauses steht.
In den Räumen erzählen Installationen, Graffiti und Skulpturen von der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit Kleists Werken. Ein museumspädagogisches Projekt, von dessen Erfolg sich Neumann vor Ort überzeugen konnte.
Erweiterungsbau für das Kleist-Museum
Realisiert wurde es vom Frankfurter Kleist- Museum. Seit mehr als vierzig Jahren widmet es sich der Dokumentation von Leben und Werk des Dichters. Mehr Platz für die umfangreichen Bestände des Museums soll jetzt ein Erweiterungsbau schaffen, für den heute der erste Spatenstich gesetzt wurde. Die Mittel für den rund 5,4 Millionen teuren Neubau kommen von der EU, dem Bund und dem Land Brandenburg.
Programm für ein breites Publikum
Das Kleist-Museum ist auch einer der Initiatoren des Kleist-Jahres. Zusammen mit der Berliner Kleist-Gesellschaft hat es auf Initiative des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg das Programm für das Gedenkjahr entwickelt.
Vorgesehen sind Veranstaltungen in allen Kunstsparten und Formaten: Theater- und Filmaufführungen, Lesungen und Buchvorstellungen. Außerdem Schreib- und Lesewettbewerbe, Ausstellungen, Autorentreffen und zahlreiche andere Projekte.
Vom Bund gefördert
An einer ganzen Reihe von ihnen beteiligt sich auch die Kulturstiftung des Bundes. Unter anderem unterstützt sie zwei kulturhistorische Ausstellungen in Berlin und Heidelberg, ein Theater-Projekt des Produktionsbüros "Rimini-Protokoll" sowie das "Kleist-Festival" im Berliner Gorki-Theater. Dafür stellt sie insgesamt 2,13 Millionen Euro zur Verfügung.
Lokale Schwerpunkte des Kleist-Jahres sind die Stadt Frankfurt (Oder), die Geburtsstadt des Dichters, und Berlin. Dort verbrachte Kleist seine letzten Lebensjahre und dort nahm er sich am 21. November 1811 am Kleinen Wannsee das Leben.
Informationen zum Kleist-Jahr 2011
Informationen zu Leben und Werk des Dichters sowie zum Programm des Kleist-Jahres sind auf dem neuen Kleist-Portal zu finden. Es wurde mit Fördermitteln aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers realisiert und soll auch nach dem Gedenkjahr als zentrale Plattform weiterbestehen.
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