Kulturstaatsminister Bernd Neumann begrüßt Zustimmung des Kulturausschusses zur Errichtung der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung"

Der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages hat heute den Gesetzentwurf zur Errichtung einer Stiftung "Deutsches Historisches Museum" (DHM) abschließend beraten und mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP beschlossen.

12.11.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Ausschussmitglieder stimmten damit auch der Einsetzung einer "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" in der Trägerschaft des DHM zu. Das Gesetz wird nun im Deutschen Bundestag verabschiedet werden.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte: "Ich begrüße es sehr, dass die Umsetzung des Koalitionsvertrages, im Geiste der Versöhnung ein sichtbares Zeichen gegen Flucht und Vertreibung zu setzen, mit breiter Unterstützung aus dem Parlament erfolgt. Die Realisierung der 'Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung' ist durch die Zustimmung des Ausschusses für Kultur und Medien einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Träger der neuen unselbständigen Stiftung wird das erfahrene und international anerkannte Deutsche Historische Museum sein."

Durch die gleichzeitige Umwandlung des Deutschen Historischen Museums von einer GmbH in eine Bundesstiftung soll das DHM auch formal den vergleichbaren Kultureinrichtungen des Bundes gleichgestellt werden. Die unselbständige "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" wird im Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin eine Ausstellungs- und Dokumentationsstätte zur Erinnerung und zum Gedenken an Flucht und Vertreibung unterhalten. Der zentrale Präsentationsteil der Stiftung wird konzeptionell und inhaltlich an die Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration" der Stiftung "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" anknüpfen.

Ziel ist es, Erinnerung und Gedenken an das "Jahrhundert der Vertreibungen" und das damit verbundene menschliche Leid auch in jüngeren Generationen wach zu halten. Gleichzeitig soll die neue Dokumentationsstätte durch Aufarbeitung der Geschichte zur Versöhnung beitragen. Flucht und Vertreibung der Deutschen werden einen Hauptakzent der Dauerausstellung bilden, darüber hinaus werden auch die Schicksale von Vertriebenen anderer Nationen im Europa des 20. Jahrhunderts einbezogen. Dabei wird auch die nationalsozialistische Expansions- und Vernichtungspolitik als Ursache von Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt.

Ergänzende Wechselausstellungen werden vielfältige Einzelaspekte der Gesamtthematik vertiefen. Ein Dokumentations- und Informationsbereich wird darüber hinaus auf der Grundlage der Zusammenarbeit mit Museen und Einrichtungen aus dem In- und Ausland Forschungsergebnisse präsentieren und weitere Forschungen anregen.

Der Deutsche Bundestag hat für vorbereitende Maßnahmen der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" 1,2 Millionen Euro für das laufende Jahr bereitgestellt. Bis 2011 sind im Finanzplan des Bundes jährlich 2,5 Millionen Euro vorgesehen.

Der Gesetzentwurf ist unter www.kulturstaatsminister.de eingestellt.


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