Zur Burnout-Studie

Lehrerarbeitszeiten in Deutschland sind zu hoch!

Als Bestätigung der Erfahrungen und Positionen des eigenen Verbandes hat der DPhV-Bundesvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, die Ergebnisse der Lehrerstudie des Aktionsrats Bildung bezeichnet, wonach ein großer Teil der Lehrkräfte an der Belastungsgrenze angelangt sei. Die Folgen seien psychische und physische Erschöpfung, aber auch eine massive Gefährdung der Gesundheit.

08.04.2014 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Der Verbandschef unterstützte die Verfasser der Studie in ihrer Forderung nach einem wirksameren präventiven und therapeutischen Gesundheitsschutz für Lehrkräfte. "Es ist ein Skandal, dass der Staat als größter Arbeitsgeber von rund 700 000 Lehrkräften nicht in der Lage ist, ein flächendeckendes Angebot an Arbeitsmedizinern, Psychologen und medizinischen Zentren zu finanzieren und vorzuhalten, die sich der Gesundheitsprävention und Gesunderhaltung von Lehrkräften widmen. Die Kosten für Frühpensionierung und Krankheitszeiten sind erheblich höher als es eine wirksame Gesundheitsprävention wäre!", betonte Meidinger.

Im Gegensatz zum Aktionsrat sieht aber der DPhV-Vorsitzende die Hauptursache für Überlastung nicht in der fehlenden Trennung von Berufs-und Privatleben, sondern in den im internationalen Vergleich zu hohen Gesamtarbeitszeiten von Lehrkräften.

In kaum einem anderen Land in Europa gebe es so hohe Stundendeputate wie in Deutschland, sagte Meidinger.

Er widersprach auch der Ansicht, dass die großen Klassen in Deutschland keine Auswirkungen auf die Stressbelastung von Lehrkräften hätten. "Wer weiß, welche zusätzliche Lärm- und Stressbelastung übergroße Klassen bedeuten und welche deutlich höheren Korrekturzeiten damit verbunden sind, kann über diese Aussage der Studie nur den Kopf schütteln!", sagte der Verbandschef.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden