Mehr Engagement für Bildung gefordert
(bikl) Die Qualität der Debatte über den Aufbau der Bildungs- und Betreuungsangebote für unter Dreijährige, wie sie während der letzten Tage geführt werde, sei kein Beleg für politische und gesamtgesellschaftliche Bereitschaft, die Sorgen der Familien und die Bildungsbedürfnisse der Kinder ernst zu nehmen. Mit diesen klaren Worten eröffnete heute Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes, die didacta 2007, Europas größte Bildungsmesse in Köln.
27.02.2007 ArtikelFthenakis machte in seiner Rede deutlich, dass dringend ein konsistentes Bildungssystem gebraucht werde. Zum immer wieder gern hervorgeholten Argument der leeren Kassen erklärte der Fthenakis, dies könne bei näherer Betrachtung schon heute nicht gelten. "Europäische Länder mit geringerer Finanzkraft als Deutschland haben diese Standards bereits längst erreicht. Und ich erinnere Sie alle daran, dass wir selbst in Zeiten, in denen unsere Kassen voll waren, für die Kinder wenig getan haben. Nicht das grundsätzlich fehlende Geld hindert uns also, in Bildung zu investieren, sondern letztlich die fehlende Einsicht, dass Bildung die beste Investition in die Zukunft eines Landes und damit Investition in Bildung bei wohl verstandener Auslegung auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist", so Fthenakis wörtlich.
Außerdem könne mit dem Geld, das aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen in den nächsten Jahren eingespart werde, 75 Prozent einer umfassenden Reform im Schulbereich finanziert werden.
Der deutschen Bildungswirtschaft stellte der Präsident des Didacta Verbandes ein gutes Zeugnis aus. Sie leiste im Bewusstsein ihrer Mitverantwortung durch die Qualität ihrer Produkte einen "aktiven und unersetzlichen Beitrag zur Sicherung und Steigerung von Bildungsqualität in diesem Land und sie ist bereit, auch in der Zukunft dieser Verantwortung gerecht zu werden."
Zuvor hatte Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma betont, wie gut die didacta 2007 zum Kölner Bildungsjahr 2007 passe, das die Stadt Köln gemeinsam mit der Universität Köln und der Kölnischen Rundschau ins Leben gerufen hat. Gleichzeitig hoffte er, neben den vielen Fachbesuchern auch viele Privatbesucher begrüßen zu können, denn, so Schramma: "Bildung geht bekanntlich alle an".
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Andreas Storm verwies auf die sich entwickelnde Durchlässigkeit im Bildungssystem, sprach sich für bessere Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen aus und betonte, dass in einer lernenden Gesellschaft Begabtenförderung wie Benachteiligtenförderung gleichermaßen wichtig seien. Außerdem betonte er, dass die Föderlismusreform mit dem Hochschulpakt eine erste Feuertaufe bestanden habe.
Die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung, Barbara Sommer, hob die bildungspolitischen Errungenschaften ihres Bundeslandes hervor und erklärte, dass das novellierte Schulgesetz in NRW, "in erheblichem Maße auf den Erkenntnissen der Bildungsforschung" basiere und die individuelle Förderung in das Zentrum der schulischen Arbeit rücke. Gleichzeitig sprach sie sich für einen Wettbewerb der Schulen aus. Aber, "wir wollen einen fairen Wettbewerb, keinen Verdrängungswettbewerb", so Sommer wörtlich. Den Lehrern versprach sie Entlastung bei all den vielen zukünftigen Aufgaben und nannte als Beispiele "den Erfahrungsschatz von Senioren, und Beamte aus anderen Bereichen, die zum Beispiel bei Verwaltungstätigkeiten entlasten können."
Einig waren sich alle Redner, dass auch die diesjährige Messe in Köln wiederum rekordverdächtig ist.
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