didacta-Themendienst

Mehr Querdenker, weniger Ja-Sager

Die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen wird das Bildungssystem revolutionieren. Das "Neue Lernen" ist kollaborativ und digital. Dr. Burkhart berät Unternehmen zum Generationenmanagement. Denn die jungen Erwachsenen werden auch die Arbeitswelt verändern. Sie haben keine Lust mehr auf Machtmonopole oder starre Strukturen, sondern wollen flache Hierarchien und mehr Sinn in der eigenen Arbeit.

11.01.2016 Artikel
  • © privat Dr. Steffi Burkhart

Frau Dr. Burkhart, was ist der Generation Y wichtig?

Ganz vieles: Austausch auf Augenhöhe, Work-Life Blending, Modernes Familienmodell, immaterielle Statussymbole, neue Karrieremöglichkeiten, mehr Weiterbildungsoptionen, Förderung der Individualität in einer gelebten Wir-Kultur, das Leben im Hier und Jetzt. In Bezug auf Lernen und Bildung beschreibt das Zukunftsinstitut von Matthias Horx "Neues Lernen" als einen Megatrend. Dabei stehen für mich vier Aspekte im Vordergrund. Die zunehmende Digitalisierung ermöglicht einen breiteren und anderen Zugang zu Wissen. Das klassische Bildungssystem, in dem wir Duckmäuser, Ja-Sager und pflichtbewusste Gehilfen produzieren, ist veraltet und passt nicht mehr zur modernen Realität, in der wir Selbstdenker, Querdenker, Kreativköpfe brauchen. Außerschulisches und –universitäres Wissen gewinnt an Bedeutung. Zu wenig Lehrer verstehen die Arbeitswelt und Zukunftstrends. Es geht hier also viel weniger um die Frage: "Was ist der Generation Y wichtig" als um die Tatsache, dass wir ganz dringend das Bildungssystem revolutionieren müssen.

Wie lernt die Generation Y?

Die Generation Y ist die erste Generation, die stark vom Internet geprägt ist. Lernstoff muss on demand verfügbar sein und am besten auf jedem mobilen Endgerät. Lernvideos und Online-Kurse, sogenannte MOOC, gewinnen immer mehr an Bedeutung. On demand ist deshalb besonders wichtig, weil Learning by Doing auch immer relevanter wird. Junge Menschen lernen heute auch viel kollaborativer, im Team und im Austausch mit anderen – ob analog oder digital. Die Generation Y hat auch verstanden, dass Lernen nicht nur im Rahmen einer Ausbildung stattfindet, sondern lebenslang entscheidend ist, um im Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was müssen Arbeitgeber bieten, um attraktiv für die Generation Y zu sein?

Es heißt ganz oft die Generation Y hätte überhöhte Ansprüche an Arbeit und Führung. Das stimmt nicht. Sie spricht lediglich aus, was sich auch alle anderen Generationen wünschen. Ich selbst bin mit zwei Jahren Konzernerfahrung in die Arbeitswelt gestartet. Sozialisiert in einer digitalen Zeit, wo Austausch auf Augenhöhe, Feedback geben und nehmen, Teilen von Wissen, Zugang zu Wissen zu jeder Zeit und von überall aus, selbstverständlich ist, wirkte die Realität im Unternehmen wie ein Kulturschock auf mich. Das moderne Geheimrezept: Die Generation Y ist ein allgemeines Stimmungsbarometer für die Bedürfnisse einer modernen Zeit. Wer als Unternehmen jungen Menschen gut zuhört und auf die Ansprüche eingeht, macht sein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitsplatz.

Noch mehr Informationen darüber, wie die Generation Y tickt, gibt Dr. Steffi Burkhart auf der didacta 2016 in Köln:

Forum Qualifizierung
Die spinnen, die Jungen! Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y
Steffi Burkhart, "Gesicht der Generation Y" (MDR) und ihr Sprachrohr
16.02.2016
15:30 - 16:15
Halle 9, B 66/C 69
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft

Weitere Veranstaltungen zum Thema:

Forum Berufliche Bildung
Akademisierungswahn in Deutschland? Wer rettet das Image der Ausbildung?
17.02.2016
Darüber diskutieren:

  • Prof. Dr. Holger Burckhart, Hochschulrektorenkonferenz
  • Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
  • Ulf Reichardt, Industrie- und Handelskammer zu Köln 12:15 - 13:15 Halle 9, A 36/B 39
    Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Berufliche Bildung
Interview: "Homo Zappiens": Wie lernen und arbeiten wir morgen?
Prof. Wim Veen, Technische Universität Delft
18.02.2016
11:30 - 12:00
Halle 9, A 36/B 39
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.

Einen ausführlichen Hintergrundbericht zum Thema Lernen in der Zukunft und weitere Veranstaltungstipps finden Sie hier.


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