Bayern

Mit der "Zeitmaschine" die Nürnberger Stadt- und die bayerische Landesgeschichte erleben

Sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und dabei auch die Herausforderungen der Zuwanderung in den Blick zu nehmen - diesen zwei Schwerpunkten widmet sich das zweite Landesgeschichtsforum am Freitag, 6. Juli, und am Samstag, 7. Juli, in Nürnberg. Prof. Dr. Julia Lehner, die Kulturreferentin der Stadt, und die fachliche Leiterin der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Monika Franz, stellten heute das umfangreiche Programm vor: Am Beispiel der ehemaligen Freien Reichsstadt mit ihrer facettenreichen Historie lockt die "Zeitmaschine" Jung und Alt in über 60 Veranstaltungen, um die Geschichte Nürnbergs, Frankens und Bayerns vor dem Hintergrund der Zuwanderung in Stadtrundgängen, Museums- und Kirchenführungen, Workshops und Lesungen, Ausstellungen, Vorträgen und Filmen zu erleben.

12.06.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen, hilft dabei, die eigene Identität zu entwickeln", kommentiert Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Vorstellung des Programms. "Die eigene Geschichte erlebbar und die kulturelle Dynamik, die auch durch Zuwanderung entsteht, greifbar zu machen - das ist in diesem Jahr das Ziel des Landesgeschichtsforums Bayern", so der Minister weiter. "Der Stadt- und Landesgeschichte ein Forum geben, aber auch durch zum großen Teil kostenfreie Angebote niederschwellige Zugangsmöglichkeiten schaffen", liegen als Veranstaltungsziele Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Lehner neben einem breit aufgestellten Programm besonders am Herzen. "Denn das Wissen um die eigene Geschichte", so Lehner, "markiert einen herausragenden Bestandteil unserer kulturellen Bildung."

Abwechslungsreiches Programm für Fachleute und Laien

Eröffnet wird das abwechslungsreiche Programm für Erwachsene wie auch für Schülerinnen und Schüler am Freitag, 6. Juli, in zwei Veranstaltungen: Um 11 Uhr lädt Kultusminister Spaenle Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern in das Johannes-Scharrer-Gymnasium, Tetzelgasse 20, ein, um dort ihre Projekte und Forschungen zur Regionalgeschichte zu präsentieren. Um 20 Uhr diskutieren der Minister und Kulturreferentin Prof. Dr. Lehner im Rittersaal der Kaiserburg mit Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger in Oberfranken, Prof. Dr. Charlotte Bühl-Gramer vom Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. Ferdinand Kramer vom Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte an der LMU München über Landes- und Stadtgeschichte als Identitätsfaktor im Zeitalter des "globalen Dorfes".

Weitere Programmpunkte der Zeitmaschine in Auswahl

  • Einen eindrucksvollen Einblick und neue Forschungsperspektiven zum Thema Migration präsentieren Dr. Gerhard Rechter, Leiter des Staatsarchivs, und Dr. Michael Diefenbacher, Leiter des Stadtarchivs, anhand von Quellen, Workshops und Präsentationen am 7. Juli im Staatsarchiv, Archivstraße 17. Die Ausstellung "Dageblieben!" zum Thema Zuwanderung nach Nürnberg ist dort noch bis einschließlich 25. Juli geöffnet.

  • Bedeutende technische Erfindungen aus Nürnberg präsentieren Schülerinnen und Schüler mit nachgebauten Exponaten am Freitag, 6. Juli, um 15 und um 16 Uhr im Stadtmuseum Fembohaus, Burgstraße 15.

  • Ein "Markt der Möglichkeiten" zeigt ab 13 Uhr im Johannes-Scharrer-Gymnasium innovative und engagierte Projekte aus dem Geschichtsunterricht, die bayerische Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern realisiert haben.

  • Im Rahmen des Landesgeschichtsforums prämiert Kultusminister Dr. Spaenle am Freitag, 6. Juli, um 16 Uhr im Johannes-Scharrer-Gymnasium die Preisträger des Landeswettbewerbs "Erinnerungszeichen" 2011/2012. Unter dem Motto "Geschichte ist überall. Alltagsgeschichte auf dem Land und in der Stadt" hatten sich rund 1.300 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern mit der Alltagsgeschichte der vergangenen 100 Jahre auseinandergesetzt.

  • Mit Bayerns Industrialisierung im lokalen und regionalen Kontext setzt sich am Samstag, 7. Juli, um 14 Uhr im Museum Industriekultur, Äußere Sulzbacher Straße 62, ein wissenschaftliches Symposium auseinander unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Universität Nürnberg-Erlangen, und von Dr. Matthias Henkel, Leitendem Direktor der Museen der Stadt Nürnberg.

"Es ist uns ein wichtiges Anliegen, einem breiten Publikum zu zeigen, wie viel herausragende historische Forschung in der Wissenschaft, aber auch in der Schule in Bayern stattfindet - und wir wollen diese beiden Bereiche noch stärker miteinander vernetzen", erläutert Monika Franz. Ein idealtypisches Beispiel dafür sei etwa das Denkwerk-Projekt "Nürnbergs Migrationsgeschichte sammeln, sortieren und zeigen" des Lehrstuhls für Didaktik der Universität Erlangen-Nürnberg und des Johannes-Scharrer-Gymnasiums.

Seit 2010 Reise in die Vergangenheit

Das Landesgeschichtsforum Bayern mit dem Titel "Zeitmaschine" soll die Geschichte Bayerns erlebbar machen. Es findet nach der Auftaktveranstaltung im Juli 2010 in München in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Die "Zeitmaschine" wird im Abstand von mehreren Jahren weiter durch Bayern "reisen" - mit jeweils regionalen Schwerpunkten. Sie bildet einen wichtigen Baustein in der Initiative Landesgeschichte, die Minister Spaenle Anfang 2009 ins Leben gerufen hatte. "Zeitmaschine. Landesgeschichtsforum Bayern 2012" ist eine Kooperationsveranstaltung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt Nürnberg.

Weitere Informationen: www.zeitmaschine-bayern.de


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