Mit Sexualaufklärung Schwangerschaftskonflikte vermeiden
Die Zahl der Geburten im Teenageralter ist in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig. Mit jährlich 13 Geburten pro 1000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren liegt Deutschland weit unterhalb der Zahl von Großbritannien von 31 und den USA von sogar 52 Geburten. Dies ist auf das gute Angebot bei der Sexualaufklärung zurückzuführen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) legt daher im Arbeitsprogramm 2004 einen deutlichen Schwerpunkt auf die Prävention von Teenagerschwangerschaften. Damit wird auf den leichten Anstieg bei Schwangerschaftsabbrüchen Minderjähriger reagiert, der sich aus den Daten des Statistischen Bundesamtes ergibt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in diesem Jahr gut 5 Mio. Euro für Maßnahmen der Sexualaufklärung zur Verfügung.
12.08.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendDie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, erklärte: ''Deutschland befindet sich bei den Teenagerschwangerschaften im internationalen Vergleich auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Dies ist zweifellos ein Erfolg unserer konsequenten Sexualaufklärung für junge Menschen. Aber jede ungewollte Schwangerschaft bei jungen Mädchen ist eine zuviel. Die Maßnahmen zur Sexualaufklärung werden wir daher gerade für die Zielgruppe der jungen Jugendlichen kurz vor und in der Pubertät weiter verstärken. Junge Frauen und Männer müssen wissen, wie sie ihre Sexualität verantwortungsbewusst und selbstbestimmt leben können.''
Die Zahl der Geburten bei den unter 18-Jährigen ist mit vergleichsweise geringen 0,6 Prozent an der Gesamtzahl der Geburten im Wesentlichen konstant geblieben (2002: 7.595). Dagegen stieg die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche Minderjähriger von 1996 bis 2003 von 3,6 Prozent aller Abbrüche auf 6 Prozent an. Im Jahr 2003 wurden in der amtlichen Schwangerschaftsabbruchstatistik des Statistischen Bundesamt insgesamt 128.030 Schwangerschaftsabbrüche erfasst, davon 7.645 bei unter 18-Jährigen.
Mit den Mitteln der Bundesregierung in Höhe von 5,1 Mio. Euro entwickelt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Konzepte zur Sexualaufklärung und zur Familienplanung. Bereits seit 1992 wird so der gesetzliche Auftrag des Schwangerschaftskonfliktgesetzes umgesetzt, Schwangerschaftskonflikte vermeiden und lösen zu helfen. Die Arbeit umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Maßnahmen und Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Qualifikationsangebote für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen sowie Kooperationen mit Partnern aus dem Erziehungs-, Bildungs-, Freizeit- und Medienbereich.
Medien der BZgA zur Sexualpädagogik im Kindergarten und in der Grundschule liegen z.B. mit dem Medienpaket ''Dem Leben auf der Spur'' für 8- bis 12-jährige Mädchen und Jungen und der ''Kindergartenbox - Entdecken, schauen, fühlen!'' bereits vor. Sie sollen jetzt verstärkt verbreitet werden. Besonders beliebt ist das speziell für Jugendliche entwickelte sexualpädagogische Internetangebot www.loveline.de, das zu allen Fragen der körperlichen Entwicklung, der ersten Liebe und der Verhütung kompetent und in jugendgerechter Sprache und Aufmachung Auskunft erteilt.
Informationen über die Sexualaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und einen Überblick über die Materialien finden Sie im Internet unter www.bzga.de.
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