Mobbing und Gewalttaten von Jugendlichen im Internet - GdP und GEW suchen gemeinsam nach Auswegen

Polizei und Schule sehen sich zunehmend mit Mobbing und Gewalt von Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die sich dabei des Internets oder ihrer Handys bedienen. Unter dem Motto "Mobbing und Gewalt von Kindern und Jugendlichen im Internet – Beginn einer Kultur der Niedertracht?" führten daher die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, den 8.10.08 in Nortorf eine gemeinsame Fachtagung durch.

08.10.2008 Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Wie sehen die Erscheinungsformen aus? Welches Ausmaß hat diese neue Form der Gewalt? Wie können Schule und Polizei angemessen reagieren? Durch welche Mittel lassen sich diese Vorfälle reduzieren? Diese Fragen diskutierten Fachleute aus Schulen, Polizei, Justiz, Datenschutz und Medienpädagogik.

"Patenrezepte gibt es nicht und die Schule kann auch nicht allein mit diesem Problem der gesamten Gesellschaft fertig werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn. "Aber eines ist klar: Wir brauchen an unseren Schulen ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung und müssen diesen neuen Formen der Gewalt sofort entschieden entgegen treten. Das ist auch mit vielen kleinen Schritte möglich." Der GEW-Landesvorsitzende erwähnte auch eine GEW-Studie, nach der schon einmal 8 Prozent der GEW-Mitglieder in Schulen von Internet-Mobbing betroffen waren. Was Taten von Schülern gegenüber Schülern betreffe, müsse noch von viel höheren Zahlen ausgegangen werden.

Der GdP-Landesvorsitzende Oliver Malchow rückte die Präventionsarbeit der Polizei in den Mittelpunkt: "Nicht die Verfolgung, sondern die Verhinderung von schädigenden Verhaltensweisen muss oberste Priorität unseres gemeinsamen Handelns sein, wenn auch ab einem bestimmten Punkt Strafanzeigen unumgänglich sind." Das Besondere der Kriminalität mit den "neuen Medien" seien die unendlichen Zugriffs- und Verbreitungsmöglichkeiten. Diskriminierende Texte, manipulierte Bilder oder Videos schädigten die Opfer vielfach und massiv. "Gestern wurde eine Beleidigung nur dem unmittelbar betroffenen Kreis bekannt und verblasste mit der Zeit. Heute wird sie über das Internet weltweit verbreitet, immer wiederkehrend und ohne zeitliches Ende. Was vielleicht als dummer Scherz begann, endet im Schmerz."

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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