Owwachd: Ezad gomm de lütten Gälen för Uffjeweckte!
Wer ein echter Spökenkieker (plattdeutsch: Hellseher) ist, weiß bei einer Reise quer durch deutsche Sprachregionen natürlich immer gleich, um was es geht. Alle anderen sind auf die cleveren Lilliput-Wörterbücher von Langenscheidt angewiesen, die es nun in neuer Fassung für die acht beliebtesten Mundarten gibt: Bairisch, Berlinerisch, Fränkisch, Hessisch, Kölsch, Plattdeutsch, Sächsisch und Schwäbisch. Mit neuem, farbigem Cover, das vom Berliner Bär bis zum Kölner Dom ein charakteristisches Symbol der jeweiligen Region ziert, bis zu 5.000 Stichwörtern und Wendungen in neuester deutscher Rechtschreibung, einem großen Wörterbuchteil Dialekt – Hochsprache und einem kleineren in umgekehrter Richtung, damit man sich vor Ort im Dialekt versuchen kann. Und mit etwa 50 originellen Glossen über Sprachwitz, Traditionen und Gebräuche sowie spezifische Eigenheiten der Einheimischen.
14.08.2008 Pressemeldung Langenscheidt GmbH & Co. KGKeine Frage: Der deutschen Dialekte zumindest theoretisch mächtig zu sein, kann vor mancherlei Peinlichkeiten bewahren, zum Beispiel in Bayern, wo pures Mitleid erntet, wer sich womöglich unter dem Wort Auszonge (= bayerisches Schmalzgebäck) a Naggade (eine Nackte) vorstellt. Mit dem Dialekt-Lilliput Bairisch lässt sich zum Glück schnell beweisen, dass man nicht auf der Brennsubbm daheagschwumma (nicht ganz doof) ist, und man erntet mit etwas Glück sogar ein echt bairisches Reschbeggd! (Respekt!).
Auch in Hessen, Schwaben oder Franken könnte man mit locker vorgebrachten Mundart-Klassikern wie Pfeifedäggel (hessisch: Denkste!), Scheißele, Herr Eisele! (schwäbisch: Pech gehabt!) oder Allmächd! (fränkisch: Allmächtiger!) Eindruck schinden, während Neuberliner oder Besuchs-Sachsen es zunächst mit dem Erwerb von Schrippen (= Berliner Brötchenspezialität) oder einem Schählchn Heeßn (Kaffee) probieren dürfen.
Dem Kultur- und Sprachwitz der unterschiedlichen Regionen und ihrer "Ureinwohner" widmen sich die rund 50 liebe- und humorvollen Glossen in jedem Lilliput. So werden Plattdeutsch-Neulinge unter anderem über den ostfriesischen Nationalsport, das Boßeln (Werfen) einer Kugel über schnurgerade Landstraßen, aufgeklärt, Köln-Besucher freunden sich mit dem "rheinischen Buddhismus" an, der Philosophie der Jenöschlischkeit (Genügsamkeit), Elbtouristen lassen sich in die hohe Kunst der lokalen Indenaddzchoun (Intonation, Betonung) einweisen.
Vom alpenländischen Gschafdlhuawa (Wichtigtuer) bis zum schwäbischen Schbruchbeidl (Sprüchemacher), vom vielschichtigen kölschen Jeck bis zum sächsischen Niesworrz (Taugenichts), von der Altberliner Koddaschnauze (Berliner Schnauze) bis zum fränkischen Diddläsbaddsche (Busengrabscher): Den Langenscheidt Lilliputs ist nichts Menschliches fremd. Nicht zuletzt deshalb sind sie ein ideales Mitbringsel und eine allzeit passende Gute-Laune-Spritze zum Schmökern und Schmunzeln. – Fehlt nur noch die Übersetzung der hessisch-bairisch-sächsisch-plattdeutsch-schwäbisch-kölsch-berlinerischen Überschrift. Sie lautet: "Achtung: Jetzt kommen die kleinen Gelben für Aufgeweckte!"
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