Referendar- und Jungphilologenvertretung im Bayerischen Philologenverband begeht 40-jähriges Bestehen mit Festveranstaltung
Mit einer Festveranstaltung in Anwesenheit von Vertretern aller drei Landtagsfraktionen begeht die Referendar- und Jungphilologenvertretung (RJV) im Bayerischen Philologenverband (bpv) am Freitag in München ihr 40-jähriges Bestehen.
04.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Sie war 1968 von einer Gruppe junger Gymnasiallehrkräfte um den späteren bpv-Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Werner Honal mit dem konkreten Ziel gegründet worden, die schlechte soziale Lage der Referendare zu verbessern und Defizite im Lehramtsstudium zu beseitigen. Der Nachdruck, mit dem die Referendarvertretung beide Ziele verfolgte, zahlte sich schon sehr bald aus: Die beiden Bestandteile der Anwärterbezüge stiegen um stolze 20 – 30 Prozent. Und unter Mitwirkung der Referendarvertretung beschloss die Staatsregierung eine richtungsweisende Reform des bayerischen Lehrerbildungsgesetzes, die in ihren Grundzügen bis heute gültig ist. Darüber hinaus intensivierte die neue Referendarvertretung die Beratung und Informationsmöglichkeiten für Nachwuchslehrer, indem sie den bis heute immer wieder neu überarbeiteten "Ratgeber für Studienreferendare" auflegte, der in seiner aktuellen Ausgabe inzwischen 370 Seiten umfasst.
RJV-Vorsitzende Benning: Arbeitsbelastung und Bezahlung der Referendare "unvernünftig" und "beschämend"
Carina Benning, die die Referendar- und Jungphilologenvertretung seit 2007 führt, betonte, dass die damaligen Hauptthemen und –anliegen Einstellungschancen, Bezahlung und Kollegenberatung durch die Jahrzehnte hindurch nichts an Aktualität verloren hätten; lediglich die Schwerpunkte der RJV-Tätigkeit verschieben sich alle paar Jahre. "Die Jahre, in denen Junglehrer kaum Anstellungschancen fanden, sind zwar Gott sei Dank zumindest vorläufig vorbei. Sorgen bereitet uns aber die hohe Unterrichtsverpflichtung der jungen Kolleginnen und Kollegen. Sie werden oftmals als billige Arbeitskräfte über das vernünftige Maß hinaus zur Abdeckung des Unterrichtsbedarfs benutzt. Dabei sollte eigentlich der Ausbildungscharakter des Referendariats im Vordergrund stehen – schließlich ist ein Referendar ein Lehrer in Ausbildung, der sich jede einzelne Unterrichtsstunde noch sehr aufwändig erarbeiten muss", kritisierte Benning.
Die RJV-Vorsitzende wiederholte auch ihre heftige Kritik an der vor einigen Jahren erfolgten Absenkung der Referendarbezüge: "Dass Junglehrer auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sind, weil sie weniger verdienen als mancher Azubi im dritten Ausbildungsjahr, ist nicht nur beschämend. So mancher Lehramtsstudent nimmt nach dem Studium lieber eine Stelle in der freien Wirtschaft an. Gerade die von den Schulen händeringend gesuchten Mathematiker und Naturwissenschaftler verdienen hier vom Start weg leicht das Doppelte – und haben auch noch oftmals deutlich bessere Aufstiegschancen. Wenn der Lehrerberuf konkurrenzfähig bleiben will, muss die Staatsregierung diesen Missstand schleunigst aus der Welt schaffen. Die Verbeamtung allein ist für karrierebewusste junge Menschen als Zuckerl heutzutage zu wenig. Nur wenn Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen und Bezahlung stimmen, besteht die Chance, den Beruf des Gymnasiallehrers auf Dauer attraktiv zu erhalten."
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