Rund 134.700 Euro für Kulturprojekte im bayerisch-tschechischen Grenzraum aus EU-Förderprogramm

Insgesamt rund 134.700 Euro aus dem EU-Förderprogramm für regionale Entwicklung (EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A) erhalten zwei Kulturprojekte in Regensburg und Passau.

07.02.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

"Das Kulturprogramm im bayerisch-tschechischen Grenzraum fördert den Austausch zwischen Bayern und Tschechien, zeigt unsere Gemeinsamkeiten als Nachbarn auf und lässt uns zusammen unsere Kultur, Geschichte und Verbundenheit in der Europäischen Union erleben", betonte Kunstminister Thomas Goppel am Mittwoch in München. 56.800 Euro fließen in die Förderung des Projektes "Kunstkaufhaus 2007" in Regensburg, 77.900 Euro unterstützen das Projekt "Siedlungsnamen im Grenzraum Bayerischer Wald und Böhmerwald" der Universität Passau.

Kunstkaufhaus 2007 in Regensburg

Ziel des Projektes ist es, vor allem westböhmischen und ostbayerischen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten, ihre Werke – Malerei, Grafik, Skulpturen, Fotografie, Video, Installationen – zu präsentieren und zum Kauf anzubieten. Durch die Kunstvermittlung in einem temporären "Kaufhaus" werden gleichzeitig Hemmschwellen in der breiten Bevölkerung gegenüber zeitgenössischer Kunst abgebaut. In begleitenden Workshops, offenen Werkstätten, Vorträgen und Aktionen, Musikbeiträgen und Diskussionsrunden mit deutschen und tschechischen Künstlern sollen der Ost-West-Dialog angeregt und ein Beitrag zur grenzüberschreitenden Verständigung geleistet werden. Themenschwerpunkte werden dabei u. a. die Glaskunst in Tschechien und Ostbayern und das tschechische Projekt "StartPoint" mit den besten Diplomarbeiten europäischer Kunstakademien sein. Das Kunstkaufhaus 2007 wird sich auch verstärkt der tschechischen Sprache widmen und die Zweisprachigkeit als wichtigen Aspekt des Miteinanders thematisieren. In Broschüren, Texten, Filmen und Diskussionen sollen die beiden Sprachen bewusst gleichwertig nebeneinander stehen. Die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Projektpartner soll auch im Hinblick auf ein geplantes Spiegelprojekt im Jahr 2008 in Pilsen intensiviert werden.

Siedlungsnamen im Grenzraum Bayerischer Wald und Böhmerwald

Ziel des Projektes ist es, eine Beschreibung von Siedlungsnamen im Bayerischen Wald und Böhmerwald zu erstellen. Dabei werden die Besiedlungswellen ausgehend vom germanischen Altsiedelland auf deutscher und ausgehend vom slawischen Altsiedelland auf tschechischer Seite erfasst. Dazu müssen auch die historischen und die noch anzutreffenden mundartlichen Namenformen gesammelt werden, die dann die Grundlage für die etymologische Deutung der Namen bilden. Für die Übernahmemöglichkeiten der tschechischen Ortsnamen in das Deutsche und umgekehrt sollen Regeln abgeleitet werden, die sich auch auf andere Grenzregionen übertragen lassen. Alle Belege werden mit den Belegreihen in eine Datenbank eingegeben, etymologisch und sprachhistorisch analysiert. Schließlich werden alle Daten auf einem Server bereitgestellt. Darin können auch zu den einzelnen Ortsdateien relevante geographische, historische und kulturelle Links eingebunden werden.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden