Über 5 000 junge Menschen erhalten erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes haben 5 054 junge Menschen unter 27 Jahren im Jahr 2006 eine erzieherische Hilfe außerhalb des Elternhauses begonnen. Bei drei Viertel dieser Maßnahmen gingen ambulante Hilfeformen wie Erziehungsberatungen, sozialpädagogische Familienhilfen oder Einzelbetreuungen junger Menschen voraus. Lassen sich Entwicklungs- oder Beziehungsprobleme dennoch nicht im Familienverbund bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe teilstationäre oder stationäre Hilfeformen an.

03.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Für 959 Jungen und 282 Mädchen unter 18 Jahren begann im Jahr 2006 eine Tagesgruppenerziehung. Sie erfuhren bei diesem teilstationären Hilfeangebot soziales Lernen und schulische Förderung in Zusammenarbeit von Familie, Schule und Tagesgruppe, ohne dass eine Trennung von der Familie erfolgte. Bei dieser Hilfeart sind die Kinder und Jugendlichen abends, am Wochenende und in den Ferien zu Hause. Seit 1998 blieb die Anzahl der begonnenen Tagesgruppenbetreuungen etwa konstant.

Macht eine problembehaftete Familiensituation die räumliche Trennung von überlasteten Eltern und Kindern in schwierigen Entwicklungsphasen notwendig, dann bieten sich stationäre Unterbringungsformen außerhalb des Elternhauses an. Für 1 279 junge Menschen begann eine Vollzeitpflege in einer fremden Familie oder bei Großeltern und Verwandten (Vorjahr: 1 186). Es waren 637 Jungen oder junge Männer und 642 Mädchen oder junge Frauen; 85 Prozent waren unter 15 Jahre alt.

Eine Heimerziehung oder Unterbringung in einer anderen betreuten Wohnform begann für 2 296 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene; das sind 149 weniger als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 45 Prozent an allen im Jahr 2006 begonnenen Hilfen außerhalb des Elternhauses ist diese Hilfeart aber unverändert die Wichtigste dieser Gruppe. 1 030 Jungen oder junge Männer und 892 Mädchen oder junge Frauen waren in einem Heim untergebracht. In Wohngemeinschaften, Wohngruppen oder bei der Unterbringung in einer eigenen Wohnung dominierte das weibliche Geschlecht. Für 238 junge Menschen im Alter von über 9 Jahren (Vorjahr: 181), die durch vorgenannte Hilfeangebote nur schwer erreicht werden können, begann im Jahr 2006 eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung. 65 Prozent waren Jungen oder junge Männer.


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