Wahlrecht für 16-Jährige

(bikl) Auch auf Bundesebene sollten 16-Jährige in Deutschland wählen dürfen, erklärte Klaus Hurrelmann heute in der 'Frankfurter Rundschau'.

15.01.2007 Artikel
  • © Uni Bielefeld

Der Ernst des Lebens beginne heute frühe, erläuterte der Bielefelder Sozialforscher und Leiter der jüngsten Shell-Jugendstudie. "Jugendliche haben durchaus die Fähigkeit, über ihre Lebensgestaltung und auch über Wahlinhalte zu entscheiden."

Er glaube nicht, dass Jugendliche mit diesem Recht überfordert wären. Dort, wo heute schon bei Kommunalwahlen 16- und 17-Jährige wählen dürfen, zeige sich übrigens auch ein Aktivierungseffekt: Die Wahlbeteiligung liege meist höher als bei den 18- bis 20-Jährigen. "Und die Politikerinnen und Politiker waren neu gefordert. Sie mussten sich um die handfesten Belange der Jugendlichen bemühen, die sie heute im Detail meist nicht berücksichtigen", so Hurrelmann.

Doch müssten die Jugendlichen in der Schule auf die politische Teilhabe vorbereitet werden, "nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern ganz praktisch. Dafür muss auch der Politik-Unterricht überarbeitet werden. Die Jugendlichen sollten mit Abstimmungen an der Gestaltung des Schulalltags beteiligt werden.“" Dass Extremisten bei Jugendlichen auf Stimmenfang gehen könnten, schloss Hurrelmann nicht aus. In dieser Gefahr liege aber auch eine Chance. Denn die anderen Parteien müssten einsehen, dass sie die Belange von Jugendlichen nicht ignorieren könnten: "Ich sehe das nicht nur als Gefahr, sondern auch als Chance. Wer weiß - vielleicht käme so dann auch wieder Salz in die demokratische Suppe!?"

Bereits jetzt dürfen 16-Jährige in manchen Bundesländern an Kommunalwahlen teilnehmen, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein


Weiterführende Links

  • Frankfurter Rundschau: "Wahlalter auf 16 Jahre senken"

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