Zehn Prozent für die Bildung
Das Forum Bildungspolitik in Bayern fordert die Staatsregierung in einer Petition auf, mehr Geld in Bildung zu investieren. Damit das Geld sinnvoll eingesetzt werden kann, müsse das Bildungssystem umfassend renoviert werden.
19.07.2012 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Im Jahr 2015 sollen zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung, Wissenschaft und Forschung fließen. Dieses Ziel hat die Bundesregierung gesetzt. Um es zu erreichen, müsste der Freistaat Bayern den Etat des Kultusministeriums in den nächsten drei Jahren um 1,25 Milliarden Euro aufstocken.
Mehr Geld allein bringt jedoch noch keinen Fortschritt in der Bildung. Zu diesem Schluss kommt das Forum Bildungspolitik in Bayern mit Blick auf einschlägige Studien zur Bildungsökonomie. "Es muss an der richtigen Stelle investiert werden", sagt Klaus Wenzel, der Sprecher des Forums Bildungspolitik. "Der Pisa-Sieger Finnland hat es vorgemacht: viel Geld für die Kleinen, dann kommt man weiter oben mit weniger aus."
Die bayerischen Bildungsausgaben liegen weit unter dem europäischen Durchschnitt. Krippen, Kitas und Grundschulen sind unterfinanziert. Bayerische Eltern übernehmen einen Teil der Bildungskosten, indem sie für Nachhilfe bezahlen - 155 Millionen Euro im Jahr.
Das Sitzenbleiben kostet jährlich 272 Millionen Euro. "Dieses Geld wäre besser angelegt, wenn Kinder und Jugendliche damit gezielt gefördert würden", sagt Wenzel. Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland schöpft sein Bildungspotenzial nicht aus. Dadurch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von 77 Prozent des aktuellen Bruttoinlandsprodukts, für Bayern sind das 27.274 Euro pro Einwohner.
Bayern ist ein Land ohne Bodenschätze. Die wichtigste Ressource des Landes ist Bildung. Deshalb fordert das Forum Bildungspolitik die Staatsregierung auf, in Bildung zu investieren. Die Forderungen im Einzelnen:
- bis zum Jahr 2015 zehn Prozent des BIP für Bildung, Wissenschaft und Forschung
- Förderung der außerschulischen Bildungsarbeit
- höhere Zuschüsse für Schulen in freier Trägerschaft
- mehr Geld in den Elementarbereich
- zwei Pädagogen in jeder Inklusionsklasse
- mehr Bildungsgerechtigkeit durch gezielte individuelle Förderung von Anfang an
Bei seiner Sitzung am 17. Juli wählte das Forum Bildungspolitik in Bayern, dem derzeit 44 Organisationen angehören, turnusgemäß seinen Vorstand. Klaus Wenzel (BLLV) wurde als Sprecher einstimmig bestätigt, ebenso seine Stellvertreterin Brigitta Berger-Thüre vom Montessori-Landesverband. Für Isabell Zacharias rückte die 17-jährige Schülerin Franziska Bleß von der LandesschülerInnenvertretung als stellvertretende Sprecherin nach. Zacharias hatte nicht mehr kandidiert und wurde nach acht Jahren Mitarbeit im Forum mit Dank, Anerkennung und großem Bedauern verabschiedet.
Die Petition ist auf der Website des Forum Bildungspolitik in Bayern unter www.forum-bildungspolitik.de/download/20120716_petition-bildungsfinanzierung.pdfnachzulesen. Den dazugehörigen Anhang finden Sie unter www.forum-bildungsp olitik.de/download/20120716_petition-bildungsfinanzierung-anlage.pdf
Mehr Informationen zum Forum Bildungspolitik in Bayern finden Sie unter http://www.forum-bildungspolitik.de/index.html
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