Zum Bildungsgipfel: Schule anders leben

(redaktion/ots) Am Vorabend zum Bund-Länder Bildungsgipfel trafen sich in Dresden 22 Experten aus der Bildungspraxis und erarbeiteten in einem Workshop einen Forderungskatalog, der sich an die verantwortlichen Politiker richtet. Schwerpunkt dieses Praxisgipfels war es, den Schulalltag in den Mittelpunkt zu stellen. Ergebnis: Schule muss anders gelebt werden! Aus einer Vielzahl von konkreten Verbesserungsvorschlägen wurden sieben zentrale Forderungen entwickelt, die aus Sicht des Praxisgipfels höchste Priorität haben.

22.10.2008 Artikel
  • © obs/INSM

Der Meinungsbildungsprozess im Workshop, den Oliver Kannapin von "Transformationsberatung GmbH" moderierte, verlief durchaus kontrovers. Die sieben Forderungen bilden die Mehrheitsmeinung ab. Das bedeute aber nicht die uneingeschränkte Zustimmung jedes Experten zu jeder Forderung, heißt es in einer Erklärung der Veranstalter.

"Der Workshop hat mir gezeigt, dass die Schulpraktiker die ausgetretenen pädagogischen Pfade verlassen wollen und in den Mittelpunkt der Schule das gelingende Leben der Schüler stellen", erklärte Gipfel-Teilnehmer Ernst Fritz-Schubert, Initiator des Schulfachs Glück.

Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), lobte den Praxisgipfel als wichtiges Signal: "Es ist hervorragend, dass hier überhaupt die Möglichkeiten geschaffen wurde, dass die Praxis in der Bildungspolitik zu Wort kommt. Diese sieben Forderungen brauchen Geld, Zeit, qualifiziertes Personal und ein motivierendes Lernumfeld. Die Praktiker erwarten vom Qualifizierungsgipfel eine klare Gesamtstrategie zur Umsetzung."

Peter Daschner, Direktor des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg, betonte den besonderen Charakter des 7-Punkte-Katalogs: "Die Ergebnisse sind keine bloßen Forderungen an andere, sondern vor allem auch eine echte Selbstverpflichtung der Bildungspraktiker, die wir in unserem Alltag erfüllen wollen."

Der Veranstalter des Praxisgipfels, INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer, sagte: "Es ist ein großer Erfolg, dass der Praxisgipfel viele unterschiedliche Positionen an einen Tisch gebracht hat. Die sieben Forderungen unterstreichen, wie groß die Reformbereitschaft bei den Bildungspraktikern ist. Es geht darum, wie wir Lehrer motivieren. Dafür brauchen die Schulen Vorgaben, an denen sie sich messen lassen müssen."

Die Teilnehmer des Bildungsgipfels der Praxis:

Tina Lehnigk, Schülerrat Sachsen
Christian Boettger, Geschäftsführung Bund Deutscher Waldorfschulen
Peter Daschner, Direktor Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), Hamburg
Marianne Demmer, Stellvertretende Vorsitzende und Leiterin des Vorstandsbereichs Schule bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Christoph Doll, Leiter Institut für "Interkulturelle Pädagogik", Freie Hochschule in Mannheim
Hülya Eralp, Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V., Projekt BQM - Beratungs- und Koordinierungsstelle zur beruflichen Qualifizierung von jungen Migrantinnen und Migranten, Hamburg
Anja Hofmann, Geschäftsführerin Deutsche Bildung GmbH, Frankfurt/Main
Prof. Dr. Eiko Juergens, Professor für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik, Universität Bielefeld
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter Institut für Ökonomische Bildung GmbH,Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr. Reiner Lehberger, Professor für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Universität Hamburg
Anne-Marie May, Fontane-Gymnasium Rangsdorf, Berlin
Dr. Axel Plünnecke, Stellvertretender Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln
Gerhard Pöschmann; Stellvertretender Vorsitzender Philologenverband Sachsen
Prof. Dr. Udo Rauin, Professor für empirische Schul- und Unterrichtsforschung, Universität Frankfurt am Main
Frederic Rupprecht, Landesvorsitzender der SchülerInnenkammer Hamburg
Roman R. Rüdiger, Geschäftsführender buddY e.V., Düsseldorf
Ernst Fritz Schubert, Rektor Willy-Hellpach-Schule, Heidelberg
Prof. Anne Sliwka, Professorin für Schulpädagogik im Fachbereich Bildungswissenschaften, Universität Duisburg-Essen
Vincent Steinl, Vorstand des Bildungswerks für Schülervertretungsarbeit in Deutschland e.V. (SV-Bildungswerk)
Hendrik Stoya, Schulsozialarbeiter Gesamtschule Paderborn-Elsen
Sybille Volkholz, Leiterin Bürgernetzwerk Bildung, Berlin
Jens Weichelt, Fachverbandsvorsitzender Sächsischer Lehrerverband (SLV) des Verbandes Bildung und Erziehung e.V. (VBE)


Weiterführende Links

  • Forderungskatalog des Workshops

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