Abschluss des "Jahres des Schulsports 2004"
Der Landeswettbewerb "Die Bewegungsfreundliche Schule" soll sportliche Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler anregen und befördern. Ausrichter des Wettbewerbs ist das Thüringer Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und der Thüringer Sportjugend. Teilnahmeberechtigt waren im Schuljahr 2003/2004 alle Thüringer Regelschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und berufsbildenden Schulen. Der Landeswettbewerb "Die Bewegungsfreundliche Schule" findet im Vierjahresrhythmus für Grundschulen und Förderschulen bzw. für Regelschulen, Gymnasien und berufsbildende Schulen statt. Seit dem Jahr 1998 haben an diesem Wettbewerb über 100 Schulen teilgenommen. Zudem ist "Die Bewegungsfreundliche Schule" ein immanentes Prinzip der Schulentwicklung und der Schulprofilierung.
20.12.2004 Pressemeldung Thüringer KultusministeriumThüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel sagt dazu in seinem Grußwort in der heutigen Auszeichnungsveranstaltung: "Die Worte Kind und Bewegung gehören zusammen, so könnte man meinen, wenn man Kinder natürlich herumtollen und sich austoben sieht. Aber sobald die Kinder in die Schule kommen wird das oft anders. Lernen ist viel mit Sitzen verbunden und auch am Nachmittag, in der Freizeit haben 'bewegungsfeindliche' Beschäftigungen, wie Fernsehen oder Computerspiele und ähnliches Konjunktur.
Wissenschaftler resümieren dazu nüchtern: Im Zusammenhang mit der sich verändernden Bewegungswelt sind notwendige Grundvoraussetzungen für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung der Kinder nicht mehr im ausreichendem Maße gegeben. Eine alarmierende Feststellung - nicht nur aus medizinisch-gesundheitlicher Sicht. So bietet nach neueren Erkenntnissen der Gehirnforschung eine ausreichende Bewegung auch die Möglichkeit zu Leistungssteigerungen im kognitiven Bereich.
Die Aufgabe, Bewegung zu ermöglichen bzw. anzuregen, ist also als wichtiger Bestandteil der Schulentwicklung in Thüringen aufzufassen. Mit der Idee der "Bewegungsfreundlichen Schule" reagieren die Schulen auf die Veränderungen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie wird mit dem erweiterten Auftrag der Schule als einer 'Stätte des Lebens und Lernens' und dem Prinzip des 'Lernens mit allen Sinnen' pädagogisch begründet und als überfachliches, erzieherisches Grundanliegen der Schule verstanden. Eine nachhaltige Wirkung der Idee und der Umsetzung unterschiedlicher Elemente der 'Bewegungsfreundlichen Schule' kann dabei am ehesten erzielt werden, wenn sie Bestandteil der Schulentwicklung ist bzw. wird.
Gerade die Bewegung schafft Voraussetzungen, mit sich selbst und mit der materialen sowie sozialen Umwelt umzugehen. Ein pädagogisches Konzept, das auf der Grundlage des Zusammenwirkens von Bewegung, Wahrnehmung, Denken, Erleben und Handeln konzipiert ist, kann zu einer vielseitigen, nachhaltigen Bildung des Kindes beitragen. Auch die Freude am unmittelbaren Tun, am Spiel und an der Bewegung sollte dabei nicht vernachlässigt werden. Gerade in einer Zeit der Reduktion sinnlicher Erfahrungen auf das Sehen und Hören, in einer Welt der Verarmung unmittelbarer körperlicher-motorischer Erlebnisse ist es wichtig, die Vielfalt der kindlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu erkennen und Möglichkeiten ihrer Erweiterung zu schaffen."
(Die gesamte Rede kann bei Bedarf von der Pressestelle des Thüringer Kultusministeriums zur Verfügung gestellt werden.)
"Bewegungsfreundliche Schule" werden heute in Erfurt: die Regelschule "Joliot Curie" Hildburghausen, die Regelschule Greiz-Pohlitz, das Perthes-Gymnasium Friedrichroda, das Gymnasium "Wilhelm von Humboldt" Nordhausen sowie das Berufliche Gymnasium Sondershausen.
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