Ahnen: Land unterstützt gesundes, kindgerechtes und kostengünstiges Mittagessen an Ganztagsschulen

Das Wissen über eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt für die Gesundheitserziehung in den Schulen eine wichtige Rolle. In den demnächst 360 Ganztagsschulen in Angebotsform aber auch in den bereits seit längerem bestehenden mehr als 100 verpflichtenden und offenen Ganztagsschulen landesweit bietet das gemeinsame Mittagessen einen besonderen Anlass, den Schülerinnen und Schülern in Ernährungsfragen nicht nur Kenntnisse zu vermitteln, sondern auch ganz konkrete Erfahrungen.

04.05.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen in Rheinland- Pfalz ist immer öfter die Frage aufgetaucht, wie das Mittagessen gesund und kostengünstig zubereitet werden und zugleich den Geschmack möglichst vieler Schülerinnen und Schüler treffen kann", stellte Bildungsministerin Doris Ahnen fest. "Hier wollen wir den Ganztagsschulen im Land und den für die Verpflegung zuständigen Schulträgern nun gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund mit einer bereits in Schulen erprobten Rezeptsammlung eine Hilfestellung geben."

Die Ministerin, die mit dem international anerkannten Koch und Kochbuchautor Frank Buchholz sowie mit dem Koch der Ludwig-Schwamb-Schule in Mainz, Hans Heil, heute zwei Gerichte aus der Rezeptsammlung für die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule vorstellte, unterstrich, auch wenn die Mittagsverpflegung in die Verantwortung der Schulträger – meist der Kommunen – falle, sei für die Landesregierung nicht nur die Preisgestaltung des Mittagessens wichtig, was sich an dem neuen Fördertopf für Mittagessenzuschüsse in sozialen Härtefällen zeige. "Wir wollen helfen, dass keine Schülerin und kein Schüler vom Mittagessen in der Ganztagsschule ausgeschlossen bleibt, weil die Eltern sich die finanzielle Beteiligung an den Kosten nicht leisten können. Für uns ist aber auch die Qualität und die Akzeptanz der Verpflegung von Schülerinnen und Schülern ein wichtiger Faktor. Das gemeinsame Mittagessen ist ein integraler Bestandteil des rheinland-pfälzischen Ganztagsschulkonzepts. So soll das Mittagessen nicht nur ein Bestandteil des sozialen Lernens in der Ganztagsschule sein, sondern auch ein Baustein in der Gesundheitserziehung." Frank Buchholz unterstrich: "Für jede Köchin und jeden Koch ist es ein Anliegen und eine Herausforderung, gerade Kindern und Jugendlichen zu beweisen, dass gesundes Essen gut schmeckt."

Dass die Vorstellungen von einem "guten" Mittagessen unterschiedlich seien, liege auf der Hand, hielt Doris Ahnen fest: "Fragt man die Schülerinnen und Schüler, was ihnen am wichtigsten ist, so steht der gute Geschmack des Essens an erster Stelle. Für die Schulträger sind die baulichen und organisatorischen Bedingungen, die für die Bereitstellung nötig sind, von großer Bedeutung. Die Kosten interessieren Schulträger wie Eltern in gleichem Maße. Zudem legen vor allem Ernährungsfachleute aber auch Eltern und Lehrkräfte besonderen Wert auf die ernährungsphysiologische Qualität des Essens."

Um diesen unterschiedlichen Anforderungen im Alltagsbetrieb besser gerecht werden zu können, hat das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund eine Sammlung von 45 Rezepten für eine ernährungsphysiologisch hochwertige Mittagsverpflegung entwickelt. "Alle Gerichte in dieser Sammlung wurden dabei in Schulküchen gekocht und von etwa 1000 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 10 Jahren und 18 Jahren getestet. Zwei Wochen lang bewerteten die Schülerinnen und Schüler zunächst die vertrauten Gerichte der herkömmlichen Speisekarten ihrer jeweiligen Schule. Anschließend konnten sie ebenfalls zwei Wochen lang ihr Urteil zu Gerichten abgeben, die nach den ernährungsphysiologisch optimierten Rezepten zubereitet wurden", berichtete die Leiterin des FKE-Projekts, Dr. Mathilde Kersting. Die Ergebnisse seien insgesamt ermutigend, teilweise sogar sehr überraschend ausgefallen. Nach Meinung der Schülerinnen und Schüler könnten die ernährungsphysiologisch optimierten Rezepte mit den herkömmlichen "Leib- und Magen"-Gerichten allemal mithalten. Zur Überprüfung, dass die Gerichte tatsächlich kostengünstig sind, seien für die Kalkulation der Lebensmittelkosten drei verschiedene Bezugsquellen herangezogen worden.

Wie die Rezeptsammlung in der Praxis weiterhelfen kann, bewiesen heute in der Mainzer Ludwig-Schwamb-Schule Frank Buchholz und der Koch der Schule, Hans Heil, assistiert von Bildungsministerin Ahnen. Gemeinsam bereiteten sie "Rotes Linsengemüse mit Würstchen" und "Schmorfleisch auf Lauch-Tomaten-Gemüse mit Kartoffeln" zu. Das "Rote-Linsengemüse mit Würstchen", das – zum Beispiel für muslimische Kinder – alternativ speziell mit Putenwürstchen angeboten wird, war übrigens im FKE-Geschmackstest bei den Schulkindern der Renner: Es erhielt die Note 2,0 und schnitt damit nur unwesentlich schlechter ab als die von vielen Erwachsenen im vorhinein für "unschlagbar" erklärten "Hamburger mit Pommes frites" mit der Note 1,95!

Bildungsministerin Ahnen unterstrich: "Wir wollen mit der jetzt vorliegenden Rezeptsammlung Schulen, Schulträgern und den Küchen, die die Ganztagsschulen im Land versorgen, eine Hilfestellung geben. Denn: Das Essen in den Ganztagsschulen sollte kostengünstig und küchentechnisch leicht herzustellen sein, es sollte den Geschmack der Schülerinnen und Schüler treffen und zusätzlich auch noch gesund sein. Der Rezeptordner, der demnächst allen 360 Ganztagsschulen in Angebotsform zugeschickt wird und von anderen Ganztagsschulen angefordert werden kann, ist zudem ein zusätzlicher Baustein zum Ausbau der Gesundheitserziehung in den Schulen." Die im Praxistest erprobte Rezeptsammlung zeige aber auch, dass durch eine geschickte Art der Zubereitung Kinder an neue und zunächst ungewohnte Gerichte herangeführt werden könnten.


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