Auch 110 Neueinstellungen bedeuten eine Verschlechterung der Unterrichtsversorgung
Senator Lemke lässt sich feiern: Der Senat hat am 25.04.2006 grünes Licht für die Einstellung von Lehrkräften im Umfang von 110 Vollzeitstellen gegeben. Der Senatsbeschluss ermöglicht, noch vor den Haushaltsbeschlüssen des Parlaments die Ausschreibungen für die Lehrerstellen durchzuführen.
27.04.2006 Bremen Pressemeldung GEW BremenDas Vorziehen des Einstellungsverfahrens wird von der GEW Bremen begrüßt und kommt der langjährigen Forderung von GEW, ZEB und GSV nach, den Schulen rechtzeitig vor Schuljahresbeginn Planungssicherheit zu geben. Entsprechend erwartet die GEW auch die frühzeitige Zuweisung der Lehrerstellen an die Schulen!
Senator Lemke behauptet, durch diesen Beschluss die Unterrichtsversorgung "sicherstellen zu können". Dazu stellt die GEW fest: "Auch mit diesem Senatsbeschluss wird der Stellenabbau bei fast gleich bleibender Schülerzahl fortgesetzt!" Ausdrücklich wird in der Beschlussvorlage die sogenannte PEP-Quote berücksichtigt. Diese im Koalitionsvertrag festgelegte Personaleinsparung von 1,7 % für 2006 und 1,3 % für die Folgejahre bedeuten eine Verringerung um über 60 Lehrerstellen für das kommende Schuljahr.
Somit wird sich die Schüler-Lehrer-Relation in Bremen weiter verschlechtern. Im sog. "Benchmarking"-Bericht 2005 des Finanzsenators wird ausdrücklich das traurige Ergebnis gerühmt, bei der Schüler-Lehrer-Relation "deutlich über den Werten der übrigen Stadtstaaten und damit nur noch knapp unter dem Bundesdurchschnitt" zu liegen. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass Bremen als einziges Bundesland bei den Personalausgaben im Bildungsressort einen Rückgang zu verzeichnen hat. Mit der Fortsetzung dieser Politik können nach Auffassung der GEW die anstehenden Aufgaben in der Bildung nicht bewältigt werden. Die Politikerreden nach dem PISA-Schock und dem Fall der Rütli-Schule in Berlin erweisen sich hier als leere Phrasen.
Immerhin nimmt der Bildungssenator in seiner Argumentation erstmals die Konkurrenzsituation in der Bundesrepublik beim Anwerben des Lehrernachwuchses wahr. Angesichts des Ausscheidens von über 50 % der Lehrkräfte in den nächsten Jahren sind aber mehr als kurzfristige Maßnahmen zur Sicherung der Lehrerversorgung notwendig: Die gegenwärtig an der Universität Bremen geplanten Schließungen und Kapazitätsreduzierungen, insbesondere in den Lehramtsstudiengängen, sind in grober Weise unverantwortlich! Die GEW fordert hier ebenfalls eine Umkehr in der Politik! Die studentischen Aktivitäten gegen diesen zukunftsfeindlichen Kurs haben unsere ganze Solidarität!
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