Bayerischer Staatspreis für Unterricht und Kultus

Für ihre besonderen Verdienste um Erziehung und Unterricht, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung in den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus hat heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider zehn Persönlichkeiten mit dem Bayerischen Staatspreis für Unterricht und Kultus ausgezeichnet.

15.05.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Sie sind Vorbilder im Engagement für Erziehung und Unterricht in Bayern", würdigte der Staatsminister die drei geehrten Pädagoginnen Fußstetter und sieben geehrten Pädagogen bei der Festveranstaltung in der Allerheiligenhofkirche der Neuen Residenz in München. Zum fünften Mal wurde in diesem Jahr der Staatspreis für Unterricht und Kultus verliehen.

Welche Vorbildfunktionen Siegfried Schneider bei den Geehrten besonders schätzt, machte er rasch deutlich: Ganz im Sinne des Artikels 131 der Bayerischen Verfassung gehe es nicht darum, Bildung auf den Erwerb von Wissen und Können zu reduzieren. Vielmehr müssten auch Herz und Charakter der jungen Menschen gebildet werden. Letztlich geht es darum: "Wir müssen alle Talente fördern!" Dies ist die "oberste pädagogische Maxime", so der Minister. Und hier hätten die Preisträger Vorbildliches geleistet. "Ihr Vorbild soll viele anspornen."

Im einzelnen würdigte der Staatsminister für Unterricht und Kultus: Eva-Maria Borns aus Würzburg bezeichnete Staatsminister Schneider als "Schulentwicklerin der ersten Stunde". Die Realschulrektorin habe sich in der Lehrerfortbildung verdient gemacht, neue reformpädagogische Erkenntnisse in den Schulalltag hineingetragen und bei der Vergabe des Preises für die innovative Schule verantwortlich mitgewirkt. Als "experimentierfreudig und qualitätsorientiert" zugleich stufte Minister Schneider Eva-Maria Borns ein.

Prof. Dr. Manfred Broy aus Oberhaching - selbst bereits ausgezeichnet durch den Leibniz-Preis - hat, so Minister Schneider, die Informatik als wichtige Grundlage für neue Berufe und Basis für die Teilhabe an der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts als zentrales Themen für die Schulen erschlossen.

Prof. Dr. Peter Hubwieser aus Kolbermoor habe bei der Einbindung des Fachs Informatik in die Lehrpläne und den Schulalltag als Wegbereiter gewirkt. Heute gehöre Informatik zu den Pflichtfächern an Bayerns Schulen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Broy habe er dazu beigetragen, dass Bayerns Schulen in Deutschland eine Spitzenstellung beim der Informatikvermittlung einnehmen.

Mit Dr. Hermann Fußstetter aus Burghausen, Vorstandsmitglied der Wacker-Chemie, zeichnete Minister Schneider einen renommierten Wirtschaftsvertreter aus. Er mache durch seine Funktion im Vorstand des Bildungspaktes Bayern ernst damit, dass die gesamte Gesellschaft Mitverantwortung für eine qualitätsorientierte Bildung junger Menschen tragen müsse. "Menschen wie Sie, Herr Dr. Fußstetter," so Minister Schneider, "braucht die Gesellschaft". Fußstetter habe auch den Schulversuch MODUS 21 maßgeblich begleitet.

Petra Hölscher aus München habe als Rektorin am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung eine Pädagogik mit entwickelt, die den Menschen in der sozialen Realität einer globalen Gesellschaft gerecht werde. Sie habe, so Minister Schneider, durch ihren pädagogischen Ansatz das Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Deutsch als Muttersprache vorangebracht. Die "Kapazität" für das Fach "Deutsch als Zweitsprache" habe für die gesamte Bundesrepublik wegweisende Konzepte erarbeitet.

Mit Wilhelm Kleiß aus Nürnberg ehrte Minister Schneider eine Persönlichkeit, die als "Mitbegründer und maßgeblicher Gestalter des Schullandheimgedankens" besondere Verdienste um die Entstehung einer funktionierenden Schulfamilie erworben hat. Das Schullandheim erweise sich als "einer der wertvollsten Bildungsorte", so Siegfried Schneider. Das Engagement des langjährigen Leitenden Schulamtsdirektors sei vor allem dem Bayerischen Schullandheimwerk, der Bayerischen Akademie für Schullandheimpädagogik und der Bayerischen Stiftung für Schullandheimpädagogik zugute gekommen. Darüber hinaus habe er sich in der Erziehungsarbeit mit taubstummen Kindern und Jugendlichen hervorgetan.

Marianne Künzel aus Aßling habe, so Minister Schneider, das Sonderpädagogische Förderzentrum in Grafing zu einem "Innovationszentrum" pädagogischer und sonderpädagogischer Ideen entwickelt, dort auch bereits frühzeitig die Sozialarbeit eingebunden. Das Angebot einer qualitativ hochwertigen Nachmittagsbetreuung an dieser Schule habe die Sonderschulrektorin auch weiteren Zielgruppen eröffnet und so eine Brücke zwischen Schülern des Förderzentrums und anderen Kindern und Jugendlichen geschlagen.

Für seine 35jährige engagierte Arbeit als Berufsschullehrer, Schulleiter und Ministerialbeauftragter für Berufs- und Fachoberschulen hat Minister Schneider Gert Münchmeier aus Floß mit dem Staatspreis für Unterricht und Kultus ausgezeichnet. Der langjährige Leitende Oberstudiendirektor habe die "Virtuelle Berufsoberschule Bayern" auf den Weg gebracht, über deren Angebot Lernwillige binnen zwei Jahren das Fachabitur erlangen können.

Pfarrer Wolfgang Storim aus Nürnberg wurde von Minister Schneider aufgrund seiner Verdienste um das Evangelische Bildungswesen und dadurch auch um das Bildungswesen in Bayern ingesamt ausgezeichnet. Er zeichne sich � nicht zuletzt als Vorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in Bayern � als "Anwalt für die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien" aus. Entscheidend habe er zur Profilierung des Bildungswesens in evangelischer Trägerschaft beigetragen.

Fachschulrektor Hans Wudy aus Bodenmais habe seine vielfältigen Erfahrungen als Glasgestalter und Diplomdesigner als Pädagoge, Organisator und Führungskraft im Staatlichen Berufsbildungszentrum für Glas in Zwiesel ausgesprochen erfolgreich eingebracht, so Bayerns Kultusminister Schneider. Mit Blick auf den beruflichen Werdegang von Hans Wudy, ergänzte Minister Schneider, mache sich das Dingsymbol für den Staatspreis, eine Bronzeplastik in stilisierter Form einer aufbrechenden Kastanie, auch sehr gut hinter Glas.


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