Berufliche Bildung: Unverzichtbarer Schlüssel zur Integration von Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund!

Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Manfred Kremer, begrüßt die Initiative der Bundesregierung, am kommenden Freitag einen Integrationsgipfel durchzuführen. "Es ist wichtig, dass die beruf­liche Bildung ein Schwerpunktthema bei dem Treffen sein wird. Neue Forschungsergebnisse des Bundes­instituts für Berufsbildung machen deutlich, dass hier Hand­lungsbedarf besteht, der keinen zeitlichen Aufschub duldet. Das Bundesinstitut wird diese Ergebnisse in die anstehenden Beratungen ein­bringen", so der BIBB-Präsident.

11.07.2006 Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

· Interkulturelle Kompetenzen

Manfred Kremer plädiert dafür, in der beruflichen Bildung künftig stärker an den interkulturel­len Fähigkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund anzusetzen. Er verweist auf eine BIBB-Studie, die die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Kompetenzen (z.B. Sprachkenntnisse und kulturelles Wissen) in unter­schied­lichen Berufen deutlich mache. Laut Studie kann dieses Potenzial dazu beitragen, die Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt zu verbes­sern. Deutlich wird in der Studie allerdings auch, dass Fachkräfte und Betriebe den Einsatz und Nutzen dieser Kompetenzen nicht immer in angemessener Weise wahrnehmen. Not­wendig sei daher, so das Fazit, die Betreffenden noch stärker für dieses Potenzial zu sensi­bilisieren und neue Möglichkeiten zu schaffen, diese Kompetenzen zu erhalten und weiter auszubauen.

· Duale Ausbildung

Eine aktuelle Befragung des BIBB in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass Bewerber/-innen mit Migrationshintergrund selbst mit den gleichen Schulab­schlüssen und den gleichen schulischen Voraussetzungen deutlich geringere Chan­cen ha­ben, in eine betriebliche Ausbildungsstelle einzumünden als einheimische Bewerber/-innen. Dies spiegelt sich auch im seit Jahren andauernden Rückgang der Quote von aus­ländischen Jugendlichen in dualer Ausbildung wider. Es sind daher laut Studie Maß­nahmen zur Schaf­fung von Ausbildungsplätzen und zur Nachqualifizierung erfor­derlich, um allen jungen Men­schen mit Migrationshintergrund einen aner­kannten Ausbil­dungsabschluss zu ermög­lichen.

· Programm JOBSTARTER / KAUSA

Ziel von KAUSA (Koordinierungsstelle - Ausbildung in ausländischen Unternehmen) ist es, den Anteil von Ausbildungsplätzen in Unternehmen mit ausländischen Inhabern weiter zu erhöhen. KAUSA ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und For­schung (BMBF) geförderten und beim BIBB angesiedelten neuen Ausbildungsplatzpro­gramms JOBSTAR­TER. In der ersten JOBSTARTER-Förderrunde wurden acht Projektanträge bewilligt, die in den Regionen direkt bei Migrantenunterneh­men um weitere Ausbildungsplätze werben. Insge­samt sind derzeit 25 Projekte und Initiati­ven in den Städten und Regionen tätig. Und das mit Erfolg: In den letzten vier Jahren konn­ten rund 6.000 neue Ausbildungs­stellen eingerichtet werden. Insgesamt wird die Zahl der Ausbildungsplätze in ausländischen Unternehmen auf rund 25.000 geschätzt.

· Weiterbildung

Weiterbildungslehrgänge, in denen Einheimische und Zuwanderer gemeinsam lernen, stellen das Lehrpersonal vor spezielle Anforderungen. Auf diese ist es aber, so die Ergebnisse einer BIBB- Studie, bisher nicht systematisch vorbereitet. Dies betrifft den kompetenten Umgang mit den Lernenden, die den Kurs in Deutsch als Zweitsprache absolvieren, das Wissen um kulturelle Besonderheiten, die den Lehr-/Lernprozess beeinflussen können, sowie die Entwicklung einer Team-Identität innerhalb der Lerngruppe. Um die Qualität dieser Lehrgänge zu sichern, sind daher u. a. Qualifizie­rungsangebote für Trainer und Trainerinnen notwendig.

Weiterführende Informationen u. a. in einem aktuellen Reader:

Bundesinstitut für Berufsbildung/Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.):
Kompetenzen stärken, Qualifikationen verbessern, Potenziale nutzen.
Berufliche Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund. Bonn, 2006.

Download über www.bibb.de/de/22093.htm.

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilen: Karola Hörsch, Tel.: 0228 / 107-1203; E-Mail:
Dr. Mona Granato, Tel.: 0228 / 107-1227; E-Mail:
Fatma Sarigöz; Tel.: 0228 / 107-1338; E-Mail:
(für das JOBSTAR­TER/KAUSA-Programm)
Dr. Monika Bethscheider; Tel.: 0228 / 107-1229; E-Mail:

Weitere Informationen finden Sie unter www.bibb.de/de/22093


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