Bildungssenator Klaus Böger und DPhV gegen Entbeamtung der Lehrer

Bei einem intensiven Meinungsaustausch, zu dem der Berliner Bildungssenator Klaus Böger und der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger in Berlin zusammentrafen, sprach sich Böger gegen Bestrebungen aus, bei gleichbleibendem Schuletat Lehrer in Zukunft nicht mehr zu verbeamten, wie es auch innerhalb der Regierungsfraktionen in Berlin gefordert werde. Da angestellte Lehrer teurer seien als verbeamtete, bedeute dies, dass man weniger Lehrer einstellen könne. Das werde er nicht akzeptieren und mittragen. Meidinger betonte, dass nach wie vor verbeamtete Lehrer ein Plus des Bildungsstandorts Deutschland und kein Minus seien.

26.07.2004 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Beide Seiten waren sich ebenfalls einig in der Einschätzung, dass die Einführung eines Zentralabiturs Chancen für mehr Vergleichbarkeit und eine künftige Qualitätssteigerung bietet. Allerdings, so Meidinger, müssten die Lehrer in die Konzeption eng eingebunden werden, um Ängsten gegen eine zu große Einschränkung des pädagogischen Freiheitsspielraums entgegenzutreten.

Nachdrücklich trat der DPhV-Vorsitzende dafür ein, dass die Schulzeitverkürzung in Berlin kein Sparmodell werden dürfte. Nur durch eine Verdichtung des Unterrichts in der Mittel- und Oberstufe und durch eine Neukonzeption des Lehrplans und eine Vorverlagerung von Oberstufeninhalten in die 10.Jahrgangsstufe könne die Qualität gesichert werden.

Keine Einigkeit bestand zwischen DPhV und Bildungssenator in der Frage der Einführung gestufter Studiengänge nach dem BA/MA-Modell in der Lehrerbildung. Während Böger diese Umstellung befürwortete, bezweifelte Meidinger, dass die horizontale Teilung der fachwissenschaftlichen und praxisbezogenen Inhalte des Lehramtsstudiums zu einer Verbesserung der Lehrerbildung führen werde. Die notwendige Verzahnung zwischen pädagogischen, fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Studienanteilen bleibe dadurch endgültig auf der Strecke. Außerdem, so der DPhV-Bundesvorsitzende, sei das auf ein Fach ausgerichtete angelsächsische BA/MA-Modell nicht geeignet, das vertiefte fachwissenschaftliche Studium zweier Fächer, wie es für den Gymnasiallehrer notwendig sei, zu gewährleisten und sicher zu stellen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden