Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig:

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig und Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D. haben heute gemeinsam den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) über die Eckpunkte zur gegenseitigen Anerkennung von Bachelor- und Masterabschlüssen in Lehramtsstudiengängen begrüßt. Hamburg hatte die Federführung in der Ministerarbeitsgruppe Lehrerbildung übernommen.

03.06.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

"Das ist ein Erfolg für die Entwicklung der Bildung in Deutschland. Wir gewährleisten so eine praxisnähere und qualitativ hochwertigere Ausbildung unserer künftigen Lehrerinnen und Lehrer. Sie kommen viel eher mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt und lernen den Schulalltag früher kennen. Die Länder haben einen Rahmen geschaffen, der die Qualität der Abschlüsse und ihre gegenseitige Anerkennung sicherstellt", so die Bildungssenatorin während der andauernden KMK-Tagung in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt).

Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: "Das Bachelor-/Master-System kommt - auch in der Lehrerbildung. Durch die Verzahnung von Studium und Referendariat gelingt es, die künftigen Lehrerinnen und Lehrer früher in Kontakt mit der Praxis zu bringen und die Ausbildungszeiten zu verkürzen. Der Beschluss der KMK wird nun einen wichtigen Reformschub in der Lehrerbildung auslösen. Hamburg hat mit dieser Reform bereits begonnen."

Im Einzelnen hat die KMK zur Sicherung der Qualität der Lehrerbildung Maßnahmen zur Qualifikation in den Bildungswissenschaften und den Fachwissenschaften sowie deren Didaktik beschlossen: Für die Bewertung der Qualifikationen in den Bildungswissenschaften sind die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen ländergemeinsamen Standards weiterzuentwickeln. Darüber hinaus ist es notwendig, ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und deren Didaktik zu entwickeln. Auf dieser Grundlage werden die Studiengänge akkreditiert und evaluiert.

Das Studium ist so zu reorganisieren, dass sich die einzelnen Module an diesen Standards und inhaltlichen Anforderungen orientieren. Dabei ist der Anteil der schulpraktischen Studien deutlich zu erhöhen und diese sowie die Bildungs- und Fachwissenschaften und deren Didaktik sind stärker miteinander zu vernetzen, um eine verbesserte Orientierung an den Er-fordernissen des Lehrerberufes zu erreichen.

Zur Erarbeitung der Standards, von Kerncurricula für die Lehrämter und von Modulen soll wissenschaftliche Kompetenz herangezogen werden. Gleiches gilt für die Entwicklung eines Evaluierungskonzepts. Die Akkreditierung erfolgt über den Akkreditierungsrat. Um die Mobilität und Durchlässigkeit im deutschen Hochschulsystem zu sichern und im Interesse der Studierenden ist die wechselseitige Anerkennung der erbrachten Studienleistungen und der erreichten Studienabschlüsse zwischen den Ländern zu gewährleisten. Es ist Angelegenheit der Länder zu entscheiden, ob die bisherige Studienstruktur mit dem Abschluss Staatsexamen erhalten bleibt oder ob eine Überführung in die gestufte Studienstruktur erfolgt. Unabhängig davon, wie das Hochschulstudium organisiert ist (Staatsexamen oder gestufte Studienstruktur), schließt sich ein Vorbereitungsdienst an.

Die Kultusministerkonferenz beschließt deshalb, auf der Grundlage ihres Beschlusses vom 28.2/1.3.2002 über die Einführung von Bachelor-/Masterstrukturen in der Lehrerausbildung:

Die Kultusministerkonferenz akzeptiert die Studiengänge, die Bachelor-/ Masterstrukturen in der Lehrerausbildung vorsehen und erkennt deren Abschlüsse an, wenn sie folgenden Vorgaben entsprechen:

  • Integratives Studium an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen von mindestens zwei Fachwissenschaften und von Bildungswissenschaften in der Bachelorpha-se sowie in der Masterphase (Ausnahmen können die Länder bei den Fächern Kunst und Musik vorsehen).
  • Schulpraktische Studien bereits während des Bachelor-Studiums.
  • Keine Verlängerung der bisherigen Regelstudienzeiten (ohne Praxisanteile).
  • Differenzierung des Studiums und der Abschlüsse nach Lehrämtern.
  • Die Kultusministerkonferenz erwartet, dass die Länder alle Studiengänge, durch die die Bildungsvoraussetzungen für ein Lehramt vermittelt werden, modularisieren, die Module an den ländergemeinsamen Standards ausrichten und die Studiengänge begleitend evaluieren.
  • Bachelor- und Master-Studiengänge sind zu akkreditieren.
  • Bei Bachelor- und Masterstudiengängen, die die Befähigung für die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst für ein Lehramt vermitteln, wirkt, zur Sicherung er staatlichen Verantwortung für die inhaltlichen Anforderungen der Lehrerausbildung, ein Vertreter der für das Schulwesen zuständigen obersten Landesbehörde im Akkreditierungsverfahren mit; die Akkreditierung des jeweiligen Studiengangs bedarf seiner Zustimmung.
  • Im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens ist insbesondere die Einhaltung der län-dergemeinsamen fachlichen Anforderungen für die Lehrerausbildung Standards in den Bildungswissenschaften sowie ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen der Fächer und ihrer Didaktik) eventueller landesspezifischer inhaltlicher und struktureller Vorgaben festzustellen.
  • Bei der Einrichtung neuer Bachelor- und Masterstudiengänge, mit denen die Bildungsvoraussetzungen für ein Lehramt vermittelt werden, sind die vorstehenden Re-gelungen sowie die Strukturvorgaben für die Bachelor- und Masterstudiengänge vom 10.10.2003 in der jeweils gültigen Fassung zugrunde zu legen. Dabei können Praxiszeiten - bei entsprechender inhaltlicher Gestaltung - angerechnet werden. Laufbahnrechtliche Regelungen der Länder bleiben unberührt.
  • Auf der Grundlage des KMK-Beschlusses vom 01.03.2002 bereits eingerichtete Bachelor- und Masterstudiengänge, mit denen die Bildungsvoraussetzungen für ein Lehramt vermittelt werden, sind bis 2010 den vorstehenden Regelungen anzupassen.
  • Soweit für die Anwendung in Akkreditierungsverfahren geeignete ländergemeinsame Mindestanforderungen für die Bildungswissenschaften, die Fachwissenschaften und die Fachdidaktiken noch nicht vorliegen, müssen die Anforderungen den am jeweiligen Standort zuletzt geltenden Studien- und Prüfungsordnungen für die Staatsexa-mensstudiengänge entsprechen.

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden