Bildungsstaatssekretär Meyer-Hesemann: Wir arbeiten an einem Paradigmenwechsel: Statt Sitzenbleiben mehr individuelle Förderung

"Wir wollen die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler stärker in den Blick rücken und mehr Förderorientierung in allen Schulen und allen Schularten erreichen", so der Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Frauen, Wolfgang Meyer-Hesemann heute (3. Mai) bei der Eröffnung einer Informationsveranstaltung "Vermeiden von Klassenwiederholungen - Schülerinnen und Schüler individuell fördern" im Haus des Sports in Kiel. Die Konferenz wurde vom Bildungsministerium zusammen mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) für Schulleitungen, Schulaufsicht, Elternvertretungen und weitere Interessierte veranstaltet, um die Effekte des Sitzenbleibens zu analysieren und praktische Konzepte zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern zu erörtern.

04.05.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Meyer-Hesemann nannte zwei Gründe, warum das Ziel, Klassenwiederholungen deutlich zu reduzieren, so heftige Diskussionen ausgelöst habe. Zum einen, weil das Sitzenbleiben mit einer langen Tradition bisher als angemessenes Instrument zur Förderung angesehen wurde und weil viele Lehrkräfte keine wirklichen Alternativen gesehen hätten. "Wir wollen mit dieser Veranstaltung und weiteren regionalen Tagungen den Lehrerinnen und Lehrern zeigen, dass es mit individueller Förderung, zum Beispiel durch die Arbeit mit Lernplänen, sinnvolle und wirkungsvolle Alternativen gibt. Ich bin zuversichtlich, dass wir es damit schaffen werden, den Paradigmenwechsel in der Unterrichtskultur in Schleswig-Holstein einzuleiten."

Der Direktor des IQSH, Thomas Riecke-Baulecke, bekräftigte, dass Konzepte und Methoden für die individuelle Förderung ein Schwerpunkt bei der Lehrerfortbildung sei. "Eine gute Möglichkeit für Schulen ist die Arbeit mit Lernplänen. Lernpläne sind Zielvereinbarungen zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern mit denen regelmäßig die Lernergebnisse überprüft werden."

Klaus-Jürgen Tillmann von der Universität Bielefeld berichtete über Studien zum Sitzenbleiben, Katrin Höhmann vom Institut für Schulentwicklungsplanung der Universität Dortmund gab Hinweise zur Arbeit mit Lernplänen und Renate Buschmann vom IQSH beleuchtete den Zusammenhang von individueller Förderung und selbstständigem Lernen der Schülerinnen und Schüler.


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