Bund will Forschungsmittel für Germanisches Nationalmuseum um 17 Prozent kürzen

Wissenschaftsminister Thomas Goppel: „Ein weiterer Beleg für die Unzuverlässigkeit und Orientierungslosigkeit der rot-grünen Bundesregierung“. Als „weiteren Beleg für die Unzuverlässigkeit und Orientierungslosigkeit der rot-grünen Bundesregierung“ hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel die von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien angekündigten Kürzungen der Forschungsmittel für das Germanische Nationalmuseum und das Deutsche Museum am Montag bezeichnet.

05.07.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Bayern werde diese Mittelstreichungen in der heutigen Sitzung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung thematisieren und massiven Widerstand leisten. Goppel: "Während der Bundeskanzler und die Bundesbildungsministerin medienwirksam angebliche finanzielle Schwerpunktsetzungen in der außeruniversitären Forschung inszenieren, will die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien gleichzeitig drastische Kürzungen in diesem Bereich durchziehen." Die angekündigten Kürzungen beim Germanischen Nationalmuseum enthielten, so Goppel, unter anderem die komplette Streichung aller Investitionsmittel, wodurch die längst begonnenen Bau- und Renovierungsarbeiten zum Erliegen kämen. "Diese Streichung wäre nicht nur fatal für das international renommierte Museum, sondern hätte auch nicht absehbare Folgen für die Zukunft", hob der Minister hervor. "Das Germanische Nationalmuseum bliebe auf unabsehbare Zeit eine stillgelegte Baustelle. Außerdem entstünden durch den Baustopp Mehrkosten in sechsstelliger Höhe." Die bestehenden Baustellen müssten aufwändig gesichert werden, es käme zu Terminüberschreitungen und zu Besucherausfällen. Die angekündigte Mittelstreichung sei um so gravierender, als die Forschungsleistungen des Germanischen Nationalmuseums völlig unbestritten sind: Der Wissenschaftsrat hat dem Germanischen Nationalmuseum in seiner Evaluation bescheinigt, für die Erforschung der Geschichte und Kultur des deutschen Sprachraums und der musealen Darstellung eine unverzichtbare Rolle zu spielen, die von keiner andern Einrichtung in vergleichbarer Breite wahrgenommen wird. "Dass Frau Weiss diese Spitzeneinrichtung jetzt kaputt kürzen will, ist völlig verantwortungslos und zeigt, wie wenig die Worte des Kanzlers zur Forschungsförderung in seinem eigenen Hause zählen", so Goppel.

Die Bundesmittel für Forschungstätigkeit am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg sollen um 17%, die für das Deutsche Museum um 6,3% gekürzt werden. Das Germanische Nationalmuseum und das Deutsche Museum sind von Bund und Ländern gemeinsam geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (sog. "Blaue Liste-Einrichtungen")


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