Chatten und Lernen
(bikl) Das was bei Jugendlichen ohnehin angesagt ist, wird jetzt in einem länderübergreifenden Schulprojekt zum Lernen genutzt: Instant Messaging. Allein der MSN Messenger zählt in Deutschland 4,6 Millionen und europaweit 52 Millionen Benutzer. Per Instant Messenger kann man bequem im kleinen Kreis chatten, telefonieren oder Videokonferenzen abhalten. Und das lässt sich nicht bloß zum schlichten Plaudern nutzen, sondern zum Beispiel auch zum Sprachenlernen.
06.04.2006 ArtikelIm Rahmen eines Pilotprojekts haben die Hardenbergschule aus dem nordrheinwestfälischen Velbert und die Avgoulea Highschool aus Athen für den gemeinsamen Schüler und Lehrer mit Webcams und Headsets ausgestattet.
Sogar in der Pause
So diskutieren deutsche und griechische Schüler in der Englischstunde per Messenger über Filmstars, Kino, Musik und Mode. In Schrift und Bild, in Einzel- und Gruppenarbeit lernen sich die Zehntklässler aus Velbert und Athen kennen, nutzen Medium und Technik und lernen so die gemeinsame Fremdsprache. Da wird sogar auf die Pause verzichtet, so gebannt beschäftigen sich die rheinischen Schüler mit dem modernen direkten Draht zu den gleichaltrigen Griechen. Nach dem Englischunterricht bleiben die Schulen online verbunden: Die Deutschstunde wird genutzt, um den Schülern der Avgoulea Highschool im MSN Messenger beim Erlernen ihrer zweiten Fremdsprache Deutsch zu helfen.
Internationale Kontakte
Neben den direkten Lernerfolgen sieht Karsten Schillies, Projektleiter und Lehrer an der Hardenbergschule in Velbert, eine zweite wichtige Komponente des Projekts: "Reizvoll für unsere Schüler ist sicherlich auch der neue direkte Draht zu unserer Partnerschule in Griechenland und die dadurch entstehenden neuen internationalen Kontakte."
Sicher chatten
Für das deutsch-griechische Pilotprojekt, das auf der Bildungsmesse Didacta 2006 in Hannover vorgestellt wurde, wurden nicht nur Webcams installiert, Stundenpläne abgeglichen und Unterrichtskonzepte erstellt. Ein spezielle Sicherheitslösung erlaubt dem Lehrer auch jederzeit auf die Rechner seiner Schüler zuzugreifen und den Ablauf und die Inhalte des Unterrichts zu kontrollieren. Er kann zentral und schnell Änderungen vornehmen, Menüs erstellen oder spezielle Webseiten und Applikationen sperren.
Bernhard Grander, Pressesprecher MSN Deutschland, freut sich über das "Lernmedium" Instant Messenger: "Für den MSN Messenger entsteht hier ein neues, pädagogisch sinnvolles Einsatzgebiet, das die Sprachkenntnisse und Medienkompetenz der Schüler fördert."
Chatten scheint doch nicht bloß schlichte Plauderei, Gequassele oder Geschwätz zu sein – sondern kann- sinnvoll angewendet – tatsächlich zum Lernen genutzt werden.
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