Das „Who's who der beruflichen Bildung“ traf sich in Stuttgart
Zum Wochenauftakt kamen beim Jahreskongress Berufliche Bildung (jakobb) in Stuttgart rund 400 Bildungsakteure zusammen, um den Wandel der Dualen Ausbildung voranzutreiben. Die Veranstalter und das Publikum ziehen ein durchweg positives Fazit.
07.12.2023 Bundesweit Pressemeldung Klett MINT GmbHSchnee und Eis legten zum Wochenbeginn den Süden Deutschland weitestgehend lahm. Doch selbst glatte Straßen, Zugausfälle und gesperrten Flughäfen waren für viele kein Hindernis, um sich auf den Weg nach Stuttgart zum Jahreskongress Berufliche Bildung (jakobb) zu machen. So konnten die Veranstalter am 4. Dezember in den Räumen der IHK Region Stuttgart rund 400 Bildungsakteure aus der ganzen Republik begrüßen. Auch bei der 7. Auflage war der beliebte Praxiskongress zur dualen Ausbildung damit erneut ausgebucht.
Berufliche Orientierung zukunftsfähig gestalten
Auf das Renommee der Veranstaltung ging auch Schirmherrin Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, in ihrer Rede ein und nannte den jakobb einen Treffpunkt des „Who's who der beruflichen Bildung“. Das Kultusministerium selbst ist ebenso wie WorldSkills Germany e.V. offizieller Partner des Kongresses. Veranstalter sind die Klett MINT GmbH, der Berufsschullehrerverband (BLV) Baden-Württemberg und das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB). Auch in diesem Jahr wurde der jakobb in enger Kooperation mit der IHK Region Stuttgart sowie dem didacta Verband ausgerichtet.
Theresa Schopper betonte in ihrem aufschlussreichen Vortrag zur Nachwuchsgewinnung die Bedeutsamkeit der frühen beruflichen Orientierung. In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels ist hier ein zukunftsfähiges Konzept gefordert. Genau dieses will das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg gemeinsam mit Akteuren der beruflichen Orientierung auf den Weg bringen. Bereits Anfang November wurde das „Umsetzungskonzept Berufliche Orientierung“ vorgestellt, das „vielfältige Maßnahmen hinsichtlich Schule, Arbeits- und Lebenswelt“ beinhaltet. Welche das sind und wie innovative Impulse in der beruflichen Orientierung verankert werden können, erläuterte Schopper den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern eingehend.
Den Wandel dynamisch gestalten – aber wie?
Antworten auf die Frage, wie man die Generation Z auf ihre Zukunft und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten kann, lieferte New-Work-Expertin Dr. Steffi Burkhart in ihrer erhellenden Keynote. Burkhart hat intensiv zu den Bedürfnissen, Fragen und Ängsten junger Menschen geforscht und liefert mit ihren Publikationen und Vorträgen wichtige Impulse zur Denkart der Digital Natives. Dass Lehre(n) für diese „Zielgruppen“ neu gedacht werden muss und welchen radikalen Wandel künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt mit sich bringt, machte sie in ihren Ausführungen beim Kongress sehr deutlich.
Bei der anschließenden Podiumsrunde traf Burkhart auf Prof. Dr. Michael Heister (Abteilungsleiter „Initiativen für die Berufsbildung“ am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)), Thomas Speck (Vorsitzender Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg, BLV), Winfried Speidel (Leiter Ausbildungsregion Südwest, Siemens AG) und Oliver Heckemann (Ausschuss Berufliche Bildung des Didacta Verband e. V.). Gemeinsam diskutierten sie über verschiedene Ansätze, dynamische Entwicklung in die Ausbildung zu bringen.
Neuerfindung der beruflichen Bildung
In den 19 Workshops, die beim diesjährigen jakobb geboten wurden, ging es dann an die praktische Umsetzung. In lebhaften Diskussionen entwickelten die Teilnehmenden – Ausbilder:innen, Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulträger – gemeinsam mit führenden Expert:innen aus Forschung, Kammern, Schule und Politik kreative Ideen für eine Neuerfindung der beruflichen Bildung. „Beim jakobb kommen die Praktikerinnen und Praktiker zusammen und nehmen sich Zeit zum Austausch und zur Vernetzung. Und sie erhalten wertvolle Einblicke in andere Unternehmen und Schulen. Ich bin immer wieder begeistert davon, welche innovativen Ansätze zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung dabei entstehen können“, resümiert Dr. Benny Pock, Geschäftsführer von Klett MINT und Mitorganisator des Kongresses.
Dass die Workshops sich sehr praxisnah an den vier aktuellen Themen Nachwuchsgewinnung, Nachhaltigkeit, Digitalität und Heterogenität orientierten, kam auch beim Publikum gut an. Bei der Teilnehmerbefragung zum Abschluss der Veranstaltung wurde die Themenauswahl besonders gelobt. Und auch die begleitende Fachmesse zur beruflichen Bildung, die fester Bestandteil des Veranstaltungskonzepts ist, erhielt viel positives Feedback von den Kongressbesucher:innen. Eigens für die Messe hatten die Veranstalter in Kooperation mit dem Aussteller Actionbound diesmal einen interaktiven Parcours entwickelt, bei dem man – ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd – die Messestände per App erkunden und an einem Gewinnspiel teilnehmen konnte.
Interaktion war auch am zweiten Veranstaltungstag angesagt. Traditionell haben die Besucher:innen des jakobb dann exklusiv die Möglichkeit, an geführten Exkursionen teilzunehmen und fortschrittliche Ausbildungskonzepte von Unternehmen und Schulen im Stuttgarter Umland kennenzulernen. Anlaufstationen waren in diesem Jahr das Bildungszentrum Bau in Geradstetten, der älteste und größte Bosch-Standort in Stuttgart-Feuerbach, der Maschinen- und Anlagenbauer KLEEMANN in Göppingen, das Werk 6 der ANDREAS STIHL AG & Co. KG in Waiblingen, die Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen sowie die Hilde-Domin-Schule in Herrenberg.
Weitere Informationen zum Programm findet man auf der Kongress-Website jakobb.de
Ansprechpartner
Klett MEX GmbHLinda Wiese
Stöckachstraße 11
70190 Stuttgart
Telefon: 0711 89462244
E-Mail: l.wiese@klett-mex.de
Web: https://www.jakobb.de/
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