Der Bildungsminister Prof. Dr. Metelmann eröffnet die Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer zum längeren gemeinsamen Lernen

Das Bildungsministerium bereitet langfristig die Lehrer auf das neue pädagogische Konzept vor. Über 200 Schulleiter werden am 14. September 2005 in der Fachhochschule Güstrow an der Eröffnungsveranstaltung zum längeren gemeinsamen Lernen teilnehmen.

13.09.2005 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Im Rahmen dieser Fachtagung diskutieren Schulleiter, Lehrer sowie Wissenschaftler über Fragen der Unterrichtsgestaltung, Methoden der individuellen Förderung, der Schulprogrammarbeit sowie über Chancen, die sich aus der Umgestaltung des Schulsystems in M-V ergeben. Die Tagung soll aber auch eine Plattform für den Erfahrungsaustausch der Schulen sein, die bereits erfolgreich im Sinne des Längeren gemeinsamen Lernens arbeiten.

Nachdem der Landtag das Schulgesetz beschlossen hat, werden ab August 2006 alle Schüler nach der Klasse 4 an Regionalen Schulen und Gesamtschulen bis zur 6. Klasse gemeinsam unterrichtet. Die Jahrgangsstufen 5 und 6 bilden damit erstmals eine schulartunabhängige Orientierungsstufe.

"Mit dem längeren gemeinsamen Lernen werden bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder, höhere Bildungsleistungen und gleichzeitig mehr Chancengleichheit beim Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen geschaffen", so der Bildungsminister.

Laut PISA-Studie ist das längere gemeinsame Lernen ein wesentlicher Erfolgsfaktor in vielen Ländern. Das längere gemeinsame Lernen und die stärkere individuelle Förderung des Einzelnen führen in diesen Ländern zu einer im Vergleich zu Deutschland schwächeren Kopplung von sozialer Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit und Bildungserfolg.

Eine klare und eindeutige Entscheidung über den weiteren Bildungsweg kann für ein Kind im Alter von neun Jahren kaum getroffen werden. Die bisher zu frühe Entscheidung über den weiteren Bildungsweg führte häufig dazu, dass zu viele Kinder überfordert wurden. Die Konsequenz hieraus ist, die Abbrecherquote an Gymnasien in M-V ist zu hoch. Im Schuljahr 2003/2004 brachen über 1.100 Schüler diesen Bildungsgang vorzeitig ab. Deshalb wird die Entscheidung über die Schullaufbahn der Schüler nach einer umfassenden Orientierung auf die 6. Klasse verschoben.

"In diesem Prozess ist es Aufgabe der Lehrer, alle Schüler in der Orientierungsstufe so zu fordern und zu fördern, dass diese ihr Leistungspotenzial ausschöpfen und soziale Kompetenz erwerben", so Bildungsminister Prof. Metelmann.

Lehrerinnen und Lehrer werden künftig eine Klasse im Team führen. Die gemeinsame Leitung der Klasse soll als Chance und Bereicherung der eigenen pädagogischen Arbeit wahrgenommen werden. Unterrichtsmethoden zur differenzierten und individuellen Förderung werden im Team abgestimmt und gemeinsam umgesetzt. Alle Lehrer der zukünftigen 5. Klassen werden in vier Modulen in einem Umfang von sieben Tagen fortgebildet.


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