Die einzige Perspektive: Hauptschule abschaffen!
Der Brief des Kollegiums der Rütli-Oberschule in Neukölln hat auf dramatische Weise deutlich gemacht, was allen Bildungsexperten schon lange klar war: Die Schulform Hauptschule ist nicht geeignet, den Schülerinnen und Schülern eine Perspektive zu bieten.
30.03.2006 Berlin Pressemeldung GEW BerlinRose-Marie Seggelke, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Das Kollegium der Rütli-Oberschule hat sich lange Jahre darum bemüht, der Probleme Herr zu werden. Wir begrüßen die Offenheit, mit der eine Schule zugibt, dass sie die mit eigener Kraft nicht mehr lösen kann. Das bedeutet kein Versagen der Lehrerinnen und Lehrer, sondern zeigt das Versagen der Integrations- und der Bildungspolitik dieser Stadt. Die Probleme wurden vor sich hergeschoben; niemand soll sich wundern, wenn sie jetzt an einem Brennpunkt auf so spektakuläre Weise explodieren."
Zwar hat Senator Böger reagiert. Es ist aber zu fragen, wieso die angekündigten Maßnahmen - Schaffung einer Sozialarbeiter-Stelle, Besetzung der Leitungsfunktionen, Bemühen um eine ausgeglichenere Schülerschaft - erst in Aussicht gestellt werden, nachdem die Rütli-Oberschule ihren dramatischen Appell losgelassen hat. Die GEW BERLIN wird die Kolleginnen und Kollegen in ihren Bemühungen für weitere kurzfristige Erleichterungen unterstützen.
Rose-Marie Seggelke: "Diese Maßnahmen sind begrüßenswert. Sie können aber nur kurzfristige Erleichterung schaffen, da sie lediglich an den Symptomen herumdoktern: Der Fehler liegt im System. Beide Regierungsparteien haben erklärt, dass sie auf eine Überwindung des gegliederten Schulsystems hinarbeiten wollen. Das dürfen nicht nur Absichtserklärungen bleiben. Die GEW erwartet, dass SPD und PDS den Brief des Rütli-Kollegiums ernst nehmen und endlich zugeben, dass in einer Stadt wie Berlin die Schulform Hauptschule eine bildungspolitische Sackgasse ist."
Keine Kommentare vorhanden