Die GEW Bremen ist sehr bestürzt und tief empört über den heimtückischen Mord an dem Journalisten Hrant Dink in Istanbul
Er musste - wie schon so viele seiner Berufskollegen in der Türkei vor ihm von feiger Hand sterben, weil er als aufrechter Mensch öffentlich in Wort und Schrift die Wahrheit sagte. Hrant Dink hatte immer wieder zur Versöhnung zwischen dem armenischen und dem türkischen Volk aufgefordert. Seine Arbeit wollte dazu beitragen, das dichte Gewebe einer verlogenen nationalistischen Geschichtsschreibung zu zerreißen und Wege zum offenen und friedlichen Dialog zu eröffnen.
22.01.2007 Bremen Pressemeldung GEW BremenDer GEW-Landesvorstand fordert die Regierung in Ankara nachdrücklich auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und endlich zu beginnen, die mit der Verfolgung und Vernichtung des armenischen Volkes in der Türkei verbundenen Geschehnisse umfassend und vorurteilsfrei aufzuarbeiten.
Es darf nicht weiter geschehen, dass wie in den letzten Jahren immer wieder Menschen, die zu ungelösten Problemen des Landes ihre Meinung frei und unerschrocken äußern, wegen ihrer politischen Einstellung eingeschüchtert und verfolgt werden. Es darf nicht weiter vorkommen, dass besonders Journalisten, Schriftsteller, Gewerkschafter, Politiker, Verfechter der Menschenrechte und der freien Meinung, gerichtlich verurteilt und eingesperrt oder gar ermordet werden.
Die GEW Bremen, dass die Bundeskanzlerin und der Außenminister die türkische Regierung nachdrücklich dazu drängen, den erst unlängst verschärften Unrühmlichen § 301 des Strafgesetzbuches „Beleidigung des Türkentums" wieder abzuschaffen.
Die Bundesregierung bitten wir dringend, die Türkei auf ihrem Weg in die Europäische Gemeinschaft verantwortungsbewusst dabei zu unterstützen, historische Tatsachen wie die der Auslöschung der Armenier auf türkischem Boden am Ende des Ersten Weltkrieges anzuerkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Nur ein Land, das ehrlich zu seiner ganzen Vergangenheit steht, begangenes Unrecht erkennt, bedauert und, wenn möglich, wieder gut zu machen versucht, kann als willkommenes Mitglied am Bau des gemeinsamen europäischen Hauses mitwirken.
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