DIHK fordert mehr Tempo bei europäischer Studienreform

Deutschland muss sich bei der Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse stärker engagieren. Das fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) anlässlich des heutigen Treffens der Unterzeichner-Länder der Bologna-Erklärung in Bergen.

19.05.2005 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Die Umstrukturierung der Studiengänge gehe im europäischen Vergleich zu langsam voran, so der DIHK. Bisher seien hier zu Lande erst 27 Prozent der betroffenen Fächer auf Bachelor und Master umgestellt.

Die Folge: Während beispielsweise in Großbritannien, Norwegen oder der Schweiz bereits mehr als die Hälfte der Studenten auf Bachelor und Master studierten, seien es in Deutschland noch nicht einmal 10 Prozent.

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun appelliert deshalb an die deutschen Wissenschaftsminister und die Hochschulen: "Die Umstellung auf die neuen Abschlüsse muss schneller vorangehen." Eine konsequente und zügige Studienreform sei auch wichtig, um die Akzeptanz von Bachelor und Master bei Studenten und Unternehmen zu erhöhen.

Die Wirtschaft verspreche sich von den neuen Abschlüssen vor allem kürzere Studienzeiten und damit jüngere Absolventen, eine größere Internationalität im Studium, aber auch eine bessere Vergleichbarkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Braun zeigte sich überzeugt, dass dies nicht zu Lasten der Qualität gehen werde: "Jüngere Absolventen sind für die Wirtschaft nicht gleichbedeutend mit geringerer Qualifikation. Wir gehen davon aus, dass auch die kürzeren Studiengänge eine solide berufliche Qualifikation vermitteln."

Der DIHK unterstütze ausdrücklich das Ziel der europäischen Bildungsminister, die Umstellung zu forcieren, betont Braun. Er warnt aber davor, neue Bürokratien aufzubauen: "Bachelor-Studium in München, Master-Abschluss in Bologna, Sprach- und Studienaufenthalt in Warschau und Promotion in Barcelona - das muss vor allem ohne Zeitverlust durch langwierige Anerkennungsverfahren möglich sein".

Der DIHK-Präsident lobt in diesem Zusammenhang auch die Absicht, Visumspflichten und Arbeitserlaubnisse im europäischen Hochschulraum abzuschaffen und Studenten die Möglichkeit zu geben, Stipendien und Darlehen in andere Länder mitnehmen zu können.


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