DPhV mit NRW-Schulministerin Ute Schäfer im Gespräch:

Zu einem ersten informativen und konstruktiven Gespräch trafen der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger und NRW-Schulministerin Ute Schäfer in Düsseldorf zusammen.

02.07.2004 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Einig waren sich beide Seiten, dass es von besonderer Wichtigkeit sei, in Zeiten finanzpolitischer Engpässe die Ressourcen für Bildung zu sichern. Ministerin Schäfer betonte, dass die nunmehr auch in Nordrhein-Westfalen geplante Verkürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Jahr keine Sparmaßnahme sei und keinesfalls zu einer Niveausenkung führen dürfe.

Parallel mit der Einführung des achtstufigen Gymnasiums werde deshalb schrittweise das Unterrichtsvolumen in der Sekundarstufe 1 ausgeweitet, allerdings nicht nur in den Gymnasien, sondern in allen weiterführenden Schulen. Einig waren sich Meidinger und Schäfer darin, dass bei einer nur noch zweijährigen Oberstufe bisherige Oberstufeninhalte bereits in die 10. Klasse hineinverlagert werden müssten, um einen Niveauverlust in der gymnasialen Oberstufe zu vermeiden.
Skeptisch zeigte sich der DPhV-Vorsitzende gegenüber dem in den Modellversuchen an den Universitäten in Bielefeld und Bochum unternommenen Versuch, die Lehrerbildung in konsekutiver Weise nach dem Bachelor/Master-Modell zu organisieren. Die für ein Lehramtsstudium so notwendige grundständige Verzahnung von Fachwissenschaften, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaften könne in einem BA/MA-Modell kaum in der erforderlichen Weise gewährleistet werden. Trotz grundsätzlich positiver Einschätzung der Modellversuche räumte aber auch die Ministerin ein, dass grundsätzliche Probleme der Übertragung konsekutiver Strukturen auf die Lehrerbildung noch nicht abschließend gelöst seien. Beide Seiten waren sich einig, dass in dieser für die Qualität der Lehrerbildung so zentralen Frage Entscheidungen nicht überstürzt getroffen werden dürften.

Große Anerkennung zollte Ministerin Schäfer dem vom DPhV ins Leben gerufenen größten deutschen Lehrerwettbewerb "Unterricht innovativ" der zeige, dass sich an den deutschen Schulen sehr viel bewege. Sympathie zeigte sie auch für den Vorstoß des Philologenverbands für eine verstärkte Sucht- und Raucherprävention und dessen Initiative für eine rauchfreie Schule.

An dem lebendigen Gedankenaustausch in freundlicher Atmosphäre nahmen auch der Pressesprecher des Schulministeriums, Ralph Fleischhauer, und der persönliche Referent der Ministerin, Burkhart Jungkamp, teil.


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